Margo weiß, was sie will: eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben. Sie werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur "Kundschafterin des Friedens" ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi. Doch selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2016
Rezensentin Claudia Schwartz gefällt der Roman der streitbaren Schriftststellerin und Publizistin Cora Stephan. Die sieben Jahrzehnte umfassende Geschichte der Margo, die als junge Frau für Hitler schwärmt und später ihre Familie gen Westen verlässt, hat die Autorin laut Rezensentin nicht als Versöhnungsgeschichte konzipiert. Deutsch-deutsche Geschichte mit ihren Umbrüchen und der Überlebenskampf der Heldin verschmelzen laut Schwartz zu einer Sittengeschichte des 20. Jahrhunderts, die laut Rezensentin unter anderem spürbar macht, was der Kommunismus in den Menschen anrichtet. Den Weg der Protagonistin zeichnet Stephan in aller Ambivalenz, anrührend, aber nicht sentimental, meint Schwartz. Margo bleibt für sie als ein zum Widerspruch reizender weiblicher Charakter lange in Erinnerung.
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