Aus dem Englischen von Frank Jakubzik. Ob Foodora, Deliveroo oder Uber - die Unternehmen der Plattformökonomie bieten denen, die für sie arbeiten, oft das Schlechteste aus beiden Welten: die Unfreiheit von Angestellten gepaart mit der Unsicherheit von Freelancern. Die sogenannte Gig Economy ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs.Längst ist auch das Standard-Beschäftigungsmodell in die Krise geraten: Minijobs und aufgeweichter Kündigungsschutz, unfreiwillige Teilzeit und Zeitarbeit sind allesamt Facetten einer Entwicklung, die den Arbeitsmarkt des globalen Nordens seit den späten siebziger Jahren erschüttert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.12.2019
Bodo Morshäuser liest bei Colin Crouch nach, wie die Plattform-Ökonomie den Arbeitsmarkt umkrempelte und millionenfach schlecht bezahlte und miserabel abgesicherte Job schuf. Allerdings liest er in Crouchs "faktengesättigter" Analyse auch, dass die Geschäftsmodelle von Uber, Foodora und MyHammer inzwischen so schlecht beleumundet seien, dass die Börsenkurse darunter litten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer. Morshäuser erfährt von Crouch zudem, wie die Nationalstaaten auf die global agierenden Firmen reagieren können, wie Arbeit günstig besteuert und Schlupflöcher vermieden werden sollten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2019
Rezensent Friedemann Bieber lernt beim englischen Soziologen und Politikwissenschaftler Colin Crouch viel über die Entwicklung prekärer Arbeitsverhältnisse in Zeiten von Uber und Co., etwa durch zunehmende Flexibilisierung. Für ein breites Publikum wertet der Autor statistische Daten aus und durchdringt komplexe Sachverhalte auf verständliche Weise, findet Bieber. Dass der Autor nach pragmatischen Lösungen Ausschau hält, gefällt ihm. Die Anreize für prekäre Beschäftigungsverhältnisse für Unternehmen zu minimieren, wie Crouch unter anderem vorschlägt, scheint dem Rezensenten eine gute Idee zu sein.
So nüchtern wie alarmierend findet Rezensentin Anne-Kathrin Weber diese Analyse des britischen Politikwissenschaftlers Colin Crouch zu prekären Arbeitsbedingungen in neoliberalen Zeiten. Im Fokus seiner Untersuchung steht die Plattform-Ökonomie, die - im Englischen Gig-Economy - den Mitarbeitern vorgaukele, selbstständige Unternehmer zu sein, während sie doch tatsächlich subalterne, unversicherte, aber streng überwachte Rädchen im Getriebe seien, und die den von ihnen Ausgebeuteten auch noch die Rock'n'Roll-Romantik des Musikgewerbes anheftet. Wichtig findet die Rezensentin, dass Crouch auch andere Formen prekärer Beschäftigung wie den deutschen Minijob ins Visier nimmt. Allerdings hätte sie sich schärfere Lösungsvorschläge vom Autor erhofft als lediglich eine zahme Ausweitung der Versicherungspflicht.
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