Aus dem Französischen von Annette von der Weppen. David, ein Junge aus gutem Hause, und seine Clique schwänzen wieder einmal die Schule, als ihnen ein kleines schwarzes Mädchen über den Weg läuft, das offenbar Läuse hat. Einfach so, aus einer Laune heraus, nehmen sie sie mit, um sie in der Wohnung eines der verwöhnten Jugendlichen zu entlausen. Doch dann läuft die Situation immer mehr aus dem Ruder. Der ganze Überdruss, die Arroganz und der aufgestaute Hass der Jugendlichen entlädt sich nun an diesem kleinen Mädchen - und niemand hat den Mut, das grausame Spiel zu beenden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2016
Rezensentin Andrea Lüthi lobt die stille Anlage des Jugendbuches von Clémentine Beauvais über eine Jugendclique, die ein dunkelhäutiges Kindergartenmädchen misshandelt. Die Themen Gewalt, Rassismus und Gruppendynamik scheinen ihr durch den Verzicht auf Gewaltszenen und eine sachliche Sprache im Text erst richtig aufwühlend zu wirken. Nach der Lektüre, während der sich die Rezensentin die ausgesparte Gewalt ausmalt, möchte sie am liebsten mit jemandem darüber diskutieren. Ein Buch, meint sie, das lange nachhallt, auch weil sein Realitätsbezug so offensichtlich ist.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.11.2015
Clémentine Beauvais erzählt in "Dreckstück" die Geschichte von fünf Jugendlichen, die aus rassistischem Ressentiment ein kleines Mädchen drangsalieren, erzählt Rezensentin Brigitte Jakobeit. Die Psychologie der Täter spart Beauvais aus, verrät die Rezensentin, denn es gehe der Autorin nicht um deren individuelle Biografie, sondern um den schmalen Grat zwischen weit verbreiteten Vorurteilen und der Gewalt, die daraus entspringt. Für Jakobeit ein so gelungenes wie verstörendes Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015
Elena Geus zeigt sich verstört angesichts des kurzen Romans von Clémentine Beauvais für Jugendliche. Die Geschichte eines sinnlosen Gewaltexzesses von fünf Jugendlichen an einer Sechsjährigen bietet keine Erklärungen betreffend die Motivation der Jugendlichen, warnt die Rezensentin. Dass die Geschichte funktioniert, auch wenn die Handlung vorhersehbar ist und die Figuren kaum entwickelt werden, wie Geus erklärt, findet die Rezensentin erstaunlich. Ratlos über die rätselhafte Kraft des kleinen Buches, entdeckt Geus, dass die Wirklichkeit die schreckliche Fiktion längst eingeholt hat.
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