Claudia Sinnig

Litauen

Ein literarischer Reisebegleiter
Cover: Litauen
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783458345442
Taschenbuch, 314 Seiten, 12,80 EUR

Klappentext

Das Ostseeland Litauen ist geprägt von der bewegten Geschichte vieler Völker und Kulturen. Goethe und Herder studierten die Lieder der litauischen Fischer und Bauern, Thomas Mann rühmte in Nidden den "elementarischen Eindruck der höchsten Dünen Europas. Die Sehnsucht der polnischen Dichter galt dem mythischen Land der von heidnischen Göttern bewohnten Urwälder, und als märchenhaftes "Nirgendwo" hielt es Einzug in die westeuropäische Literatur, in die Werke Stendhals, Merimees und Jarrys. Vilnius, das in der Shoah ausgelöschte "Jerusalem des Nordens", war eines der bedeutendsten geistigen Zentren des Judentums. Für viele russische Intellektuelle bis zu Joseph Brodsky war Litauen Exil oder Reiseland. Claudia Sinnig lädt zu einer Entdeckungsreise durch das größte der baltischen Länder ein, mit Texten berühmter Autorinnen und Autoren im Gepäck.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.11.2002

Claudia Sinnigs "Literarischer Reisebegleiter" präsentiert Litauen, wie Ulrich M. Schmid erläutert, in seinen wichtigsten literarischen Zeugnissen aus allen vier Regionen des Landes: der Zemaitija, der Aukstaitija, der Dzukija und der Suvalkija. Wichtige Autoren, aber auch bedeutende Maler und andere Persönlichkeiten wie der Esperanto-Erfinder Lazar Zamenhof werden vorgestellt. In den Texten kämen viele unbekannte Seiten Litauens zum Vorschein, doch auch Vertrautes erscheine in neuem Licht, meint Schmid und staunt, dass sowohl der frühere polnische Staatschef Pilsudski, der berüchtigte sowjetische Geheimdienstchef Dzerzinski sowie der bekannte Literaturwissenschaftler Michail Bachtin das Wilnaer Knabengymnasium besucht haben. Und den berühmten Dünen der Kurischen Nehrung sei man ja nicht nur bei Johannes Brobowski oder Andrei Bitow begegnet, sondern ebenso bei Thomas Mann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr Litauen als Gastland präsentiert, erscheint dieser literarischer Reisebegleiter, den Autorin Claudia Sinnig denen an die Hand gibt, die das "erträumte, unmögliche Land", wie Volker Breidecker es ausdrückt, näher kennen lernen möchten. Dabei bedient sich Sinnig nach Einschub eines historischen Überblicks einer Reihe von Textauszügen, die Reisende, Schriftsteller und Dichter über Litauen verfasst haben. Breidecker nennt das Buch eine "nützliche Anthologie", zeigt sich jedoch irritiert, dass auf Anführungszeichen für die zitierten Texte verzichtet wurde.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Die Literatur Litauens ist außerordentlich reich, besteht sie doch aus vielen Literaturen und Sprachen: polnisch, weißrussisch, lateinisch, französisch, deutsch, jiddisch und nicht zuletzt litauisch. In ihrem literarischem Reisebegleiter blättert Claudia Sinning die ganze Vielfalt auf, und geleitet kundig durch das Dickicht der viel besungenen Urwälder und der tragischen Geschichte, lobt Ulla Lachauer. Dabei fördert die Autorin zur Freude der Rezensentin immer wieder "wunderbare Fundstücke" zu Tage, etwa über die Erfindung des Esperanto durch Lazar Zamenhof. Lachauer hebt lobend hervor, dass die Autorin durch ihre Übersetzung viele litauische Texte erstmals einem hiesigem Publikum zugänglich macht. Damit vermittelt dieser "anspruchsvolle, eigenwillige Reiseführer" für Lauchauer auch einen Vorgeschmack auf eine längst fällige Anthologie über Litauens Literatur.
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