Clara Arnaud
Im Tal der Bärin
Roman

Antje Kunstmann Verlag, München 2025
ISBN 9783956146220
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR
ISBN 9783956146220
Gebunden, 352 Seiten, 26,00 EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Sophie Beese. Alma erforscht am Zentrum für Biodiversität in Arpiet, einem Ort in den Pyrenäen, das Verhalten der hier wieder angesiedelten Bären; sie will herausfinden, wie ein Zusammenleben zwischen den Wildtieren und dem Menschen besser funktionieren kann. Nach vielen Jahren in Spanien und Alaska und einer schmerzhaften Trennung hat sie hier einen Neuanfang gewagt. Gaspard ist nach einem Studium in Paris in die heimatlichen Berge zurückgekehrt und zieht nun jeden Sommer mit seinen Schafen auf die Hochalm. Die Angriffe einer Bärin auf seine Tiere wecken in Gaspard jedoch traumatische Erinnerungen an den Tod seiner jungen Kollegin im Vorjahr, dessen Umstände noch immer nicht geklärt sind. Und die anderen Schäfer der Gegend fürchten mehr und mehr um ihre Herden. Urängste werden wach, in diesem Tal, in dem die Bärendressur einst Tradition war und junge Männer Bärenbabys aus ihrer Höhle stahlen, um sie abzurichten und damit ihr Glück zu suchen. Almas Arbeit gerät immer mehr in die Kritik, sie erhält Drohungen, selbst ihre Kollegen stehen nicht mehr hinter ihr. Als plötzlich Schüsse fallen, droht die Situation außer Kontrolle zu geraten…
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2025
Bären haben in der zeitgenössischen Literatur Hochkonjunktur, da reiht sich nun auch der vierte Roman der Reisejournalistin Clara Arnaud ein, berichtet Kritiker Cornelius Wüllenkemper. Die Ethnologin Alma begibt sich in ein Bergdorf des französischen Départements Ariège, in dem ein Bär insbesondere den Schäfer, aber auch die restliche Dorfbevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, erfahren wir. Alma, die sich für Verständigung zwischen Mensch und Tier einsetze, werde von den Bewohnern verspottet, die der Meinung seien, dass man den Bären schon "längst hätte abknallen müssen." Wüllenkemper erinnert sich bei der Lektüre dieses perspektivenreichen, atmosphärischen und die Konflikte zwischen Wildnis und Zivilisation auslotenden Romans auch an den Braunbären Bruno, der 2006 in einer sich ähnlich zuspitzenden Dynamik letztendlich erschossen wurde. Für den Rezensenten stellt diese Mischung aus Zivilisations- und Isolationsreflexion ein überzeugendes "literarisches Universum" dar, in das er sich mit Gewinn begeben hat.
Themengebiete
Kommentieren
