Aus dem Amerikanischen von Renate Orth-Guttmann. New York, 1919. Roger Mifflin hat seine größte Leidenschaft, das Lesen, zum Beruf gemacht. In seinem Antiquariat in Brooklyn findet man ihn dort, wo der Tabakrauch am dichtesten ist. Unterstützt wird er von seiner ebenso patenten wie resoluten Ehefrau und seinem Hund Bock - Bock wie Boccacio. Bücher sind Mifflins Leben. Von Werbemaßnahmen für sein Geschäft will er allerdings nichts wissen, und so lässt er den jungen Aubrey Gilbert, angestellt bei der Grey Matter Agency, ziemlich abblitzen, als der ihm seine Dienste anbietet. Dennoch freunden sich die beiden an, und bald kommt Gilbert täglich ins Geschäft. Was auch an Mifflins neuer Hilfskraft liegen mag - der schönen Titania Chapman, deren Leben in Gefahr zu sein scheint. Und das gilt nicht nur für ihr Leben ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2014
Bereits 1919 im Original erschienen, könnte Christopher Morleys Buch "Das Haus der vergessenen Bücher", das nun in deutscher Übersetzung vorliegt, aktueller kaum sein, meint Rezensent Jan Wiele. Denn der Kritiker, der hier in eine alte, nach Tabakrauch riechende Buchhandlung in Brooklyn einkehrt und erlebt wie ein Buchhändler seiner Berufung mit Herz und Verstand nachgeht, spürt während der Lektüre einmal mehr wie wichtig der Erhalt der alten stationären Buchhandlung ist. Darüber hinaus liest Wiele in diesem Buch, das wie in einem "platonischen Dialog" verschiedene Buchhändlerstimmen zu Wort kommen lässt, auch weniger idealistische, der heutigen ökonomischen Haltung entsprechende Meinungen. Und so kann er dieses lesenswerte, ebenso nostalgische wie hochaktuelle Buch nur unbedingt empfehlen.
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