William James (1842-1910) gehört zu den Gründervätern der Philosophie des Pragmatismus. Christoph Seibert widmet sich seiner Religionsphilosophie und interpretiert sie im Kontext seiner Psychologie, radikal empiristischen Realitätsauffassung und Wahrheitstheorie. Die Leitidee der Interpretation besteht darin, James' Denkentwicklung als fortwährendes Ringen um ein angemessenes Verständnis der konkreten Bedingungen und Herausforderungen menschlicher Handlungspraxis zu deuten. Dabei wird die These entwickelt, dass dieses Anliegen in seinem Umgang mit der Religionsthematik in besonderer Prägnanz zum Ausdruck kommt. Im Zuge dessen zeigt sich nicht nur die Unangemessenheit beliebter Klassifizierungen der jamesschen Philosophie als subjektivistisch, antimetaphysisch oder konstruktivistisch, sondern es werden auch die inhärenten Probleme und Potentiale deutlich, die seiner Position im religionsphilosophischen Diskurs der Moderne eignen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2010
Die Rezeption des Philosophen William James war ganz besonders in Deutschland immer gespalten. Den Psychologen und Religionsdenker, der auf der Gültigkeit religiöser Erlebnisse und Erfahrungen insistierte, nahm man früh ernst. Den pragmatischen Wahrheitstheoretiker dagegen hat noch der am Pragmatismus eigentlich interessierte Jürgen Habermas lieber ignoriert. Das Verdienst von Christian Seiberts Studie sieht der Rezensent Hans Joas jetzt gerade darin, dass der Autor die Verbindung der beiden gern auseinandergehaltenen Stränge von James' Denken sucht. Und das gelinge, so Joas, Seibert sehr überzeugend, indem er die "kreative Dynamik" des Religiösen mit James herausstreicht, ohne die Schwächen des Philosophen zu übersehen.
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