Christoph Chwatal (Hg.), Alexander Karschnia (Hg.), Heimo Lattner (Hg.)

Teslokratie

Ideologien des Tech-Kapitalismus
Cover: Teslokratie
Edition Nautilus, Hamburg 2026
ISBN 9783960544814
Kartoniert, 296 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Im Januar 2025 gründete US-Präsident Trump das sogenannte "Department of Government Efficiency" und ernannte mit Elon Musk den reichsten Mann der Welt zum Regierungsberater mit weitreichenden Befugnissen. In den folgenden Monaten ließ sich am deutlichsten erkennen, was eine "Teslokratie" für unsere Gesellschaft bedeuten würde. Musk startete einen beispiellosen Angriff auf die Demokratie und entließ voreilig Hunderttausende Regierungsmitarbeitern. Das Agieren der Tech-Bros, von Musk über Investor Peter Thiel bis zu Palantir-CEO Alex Karp, ist von libertären Extremisten und Anti-Aufklärern inspiriert, die sich als rechte "Anarchokapitalisten" verstehen. Staaten sollen wie Unternehmen geführt werden, mit CEOs an der Spitze und ausgerichtet am heiligen Gral der Effizienz. Beim sorgenvollen Blick über den Atlantik sollte jedoch nicht vergessen werden, dass auch vor den Toren Berlins eine Tesla-Gigafactory an Abstimmungsverfahren vorbei genehmigt wurde - im "Tesla-Tempo", wie Robert Habeck es formulierte. Die "Teslokratie", das wird immer deutlicher, reicht von Grünheide bis zum Mars, ihr Horizont ist der eines techno-utopischen Kolonialismus des Weltalls. Dieses Buch versammelt Analysen, Kritiken, Gegenstrategien aus politischer Theorie, Soziologie und Kunst; wissenschaftliche Aufsätze zur "Teslokratie" stehen neben essayistischen Einlassungen und künstlerischen Bildstrecken. Mit Beiträgen u. a. von Geert Lovink, Dirk Baecker, Ana Teixeira Pinto, Jeremy Adelman, Jonas Staal, Sebastian Kirsch, Maike Weißpflug, Francesca Bria, Quinn Slobodian, Mirjam Wulff, Jay Jordan.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.10.2026

Einiges Hilfreiche für die Verteidigung demokratischer Errungenschaften entnehmen die Rezensenten Ibrahim Quraishi und Oliver Baurhenn diesem Sammelband. Ausgangspunkt ist die Frage, wie neue Formen der Wirtschaftspolitik, die sich unter anderem am Umgang mit Elon Musks Tesla kristallisieren, unsere Gegenwart verändern. So zeigten die hier versammelten Beiträge unter anderem auf, dass die mangelnde Transparenz und das Ignorieren eines Bürgerentscheids, die den Bau einer Tesla-Fabrik in Brandenburg begleiteten, Demokratie schwächten. Außerdem geht es in dem Band darum, wie eine Rhetorik, die auf Disruption setzt und eine vermeintlich zu langsame Politik attackiert, wichtige Institutionen und damit auch relevantes gesellschaftliches Wissen vernichte. Insgesamt argumentiere der Band dafür, Kräfte der menschlichen Selbstbestimmung zu stärken angesichts drohender oligarchischer und technokratischer Gefahren. Die Rezensenten sind, wie es scheint, mit dieser Schlagrichtung rundum einverstanden.

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