C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406843785 Gebunden, 300 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Christiane Hoffmann über den Verlust persönlicher und politischer Träume Ende der achtziger Jahre: eine Gruppe von jungen Frauen studiert Russisch. Sie lesen Dostojewski, trinken Wodka und reisen durch die Sowjetunion. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Träume von einem demokratischen Russland und einem friedlichen Europa. Jahrzehnte später nimmt sich eine von ihnen das Leben. Es ist die Woche, in der Russland die Ukraine überfällt. 24. Februar 2022: Russland überfällt die Ukraine. Doch Christiane Hoffmann erhält an diesem Tag eine weitere schlimme Nachricht. Eine ihrer engsten Freundinnen hat sich das Leben genommen. Nun stellt sie sich die Frage: Hätte man es verhindern können? Den Tod der Freundin, aber auch den Krieg gegen die Ukraine und die Selbstzerstörung Russlands?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.07.2026
Rezensentin Jana Fuchs kann der Lektüre dieses Buchs von Christiane Hoffmann, ehemalige stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, einiges abgewinnen. Es geht zunächst um den Suizid einer im Buch namenlosen Freundin, zum anderen den russischen Angriffskrieg auf die Ruine. Die Autorin macht sich in Bezug auf beide Geschehnisse Gedanken über mögliche Versäumnisse. Mit Blick auf die Freundin fragt sie sich etwa, ob sie selbst sich zu wenig um sie und ihre psychischen Probleme gekümmert hat. Mit Blick auf Russland und Ukraine geht es vor allem um die Neunzigerjahre und vermeintliche Versäumnisse des Westens, der Russland keine echten Friedensangebote unterbreitet und stattdessen die Nato-Osterweiterung vorangetrieben habe. Falls im Buch auch der naive westliche Blick auf Russlands ebenfalls schon seit den 90ern vorangetriebene imperialistische Außenpolitik oder auf jüngere putinistische Verhärtungen thematisiert werden, lesen wir zumindest in Fuchs' Besprechung nichts davon. "Klug und bewegend" findet Fuchs diesen Roman und hebt außerdem lobend hervor, wie Hoffmann "die Verletzlichkeit des Daseins als Conditio humana" verhandelt.
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