Wider die Arroganz der Amtskirche. Als Papst Franziskus im Frühjahr 2016 ankündigte, eine Kommission zu berufen, die die Rolle von Diakoninnen in der Kirchengeschichte untersuchen solle und prüfen solle, ob es dieses Amt heute wieder geben könne, war das Medienecho sehr groß! Christiane Florin erzählt in ihrem neuen Buch, was Frauen in der Kirche erleben, wenn sie Fragen stellen oder gar Forderungen. Sie deckt auf, was all das vermeintlich rein Innerkirchliche mit einer weltweiten antifeministischen Entwicklung zu tun hat. Denn diejenigen Kleriker und Nicht-Kleriker, die sich so unangepasst wähnen, weil sie bei gleicher Qualifikation Männer bevorzugen, sind global gesehen ziemlich konforme Gestalten. Dieses Buch ist weder ein theologisches noch ein kirchenhistorisches Fachbuch. Es ist eine Streitschrift und ein Streifzug.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2017
Raphaela Schmid liest Christiane Florins Buch als beherztes, teils biografisches, in saloppem Ton geschriebenes, schlankes Plädoyer für mehr Macht für Frauen in der katholischen Kirche. Zwar vermag die Autorin der Diskussion keine neuen Argumente hinzuzufügen, meint Schmid, ihr Zorn über Paternalismus und klerikale Hybris aber reißt die Rezensentin dennoch mit. Über Florins eigenen Erfahrungen in kirchlich subventionierten Printmedien, ihre Enttäuschung über Franziskus' Nein zur Frauenweihe sowie über "systemische Frauenfeindlichkeit" in der Kirchenhistorie liest die Rezensentin und stellt fest, dass die Autorin sich mitunter aus einem 50 Jahre alten Quellenfundus bedient.
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