Franz Josef Strauß, Kaiser Wilhelm, Andreas Baader, Karl Marx, Jogi Löw? Was haben sie gemeinsam? Sie alle gingen nach Arabien und wandelten unter Palmen. Ob zu Trainingszwecken, in geheimer Mission oder nur zum Sonnenbaden. Der sagenumwobene Orient zwischen schwüler Tausendundeiner Nacht und wildem Berberkrieger kam dem deutschen Sinn für Romantik schon immer sehr entgegen. Der Schleier im Basar erregt unsere Fantasie, die Burka in der Fußgängerzone weniger. Wir begleiten in diesem Buch über dreißig prominente Deutsche (sowie Österreicher und Schweizer) auf ihren absurden und lehrreichen, größenwahnsinnigen und banalen, erfolgreichen und desaströsen Orientreisen; im Tropenanzug oder in Sandalen, individuell oder mit Hofschranzen, per pedes, Motorrad oder Luxusdampfer. Ihre schönsten Urlaubserlebnisse prägten und prägen noch heute unser Bild der arabischen Welt und werden hier vom Kabarettisten und Arabienkenner Christian Springer satirisch aufgespießt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011
Wenig Freude hatte Rezensent Thomas Avenarius mit diesem Buch des Kabarettisten Christian Springer über deutsche Orientklischees von Rilke bis Franz Josef Strauß. Gewiss, die Klischees existierten, aber Springer tue nichts, sie richtig zu stellen, moniert er. Statt dessen erzähle er immer neue Anekdötchen. Warum soll man lesen, dass Marx sich in Algier von einem Barbier den Bart hat abnehmen lassen? Mäßig unterhaltsam findet das der Rezensent.
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