Christian Lehnerts formstrenge Gedichte sind fragile Gebilde. Der junge Dichter lauscht unserer Welt Antworten ab, mit Präzision und Sinn fürs Detail; und er scheut nicht den weiten Blick, das Pathos.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2001
Religiöse Themen finden wieder Eingang in die Dichtkunst. Diesen Eindruck hat Harald Hartung jedenfalls nach der Lektüre des Gedichtbandes des Dresdner Lyrikers Christian Lehnert. Dieser bemühe in seinem zweiten Band eindeutig Novalis und Paulus. Und schickt den Leser zu Beginn seines Zyklus in die Wüste, um ihn dort, gleichsam seiner eigenen Ausbildung entlang- er hat Theologie, Religionswissenschaft und Orientalistik studiert - in eine Dialektik von Licht und Sprache zu entführen, schreibt der Rezensent. Dafür bemühe Lehnert die kunstvollste Form der abendländischen Lyrik, den Sonettenkranz. Für Hartung hat der Autor das "Zeug zum Virtuosen". Auch wenn er an einigen Stellen zu sehr den Leser mit seinem Wissen beeindrucken will - "Lehner kann viel, er wird vielleicht auch lernen, was man nicht können kann", hofft der Rezensent.
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