Mitarbeit Rainer Eisenschmid, Hasso Spode und Philip Laubach-Kiani.
Wussten Sie, dass 60 Flaschen französischer Rotwein ins Reisegepäck des modernen Ägypten-Touristen gehören? Oder dass man für eine Indien-Reise am besten sein eigenes Waschbecken mitbringt? Nein? Dann wird es Zeit für die interessantesten Fundstücke und skurrilsten Anekdoten aus den ersten 100 Jahren der in Rot gebundenen "Handreichungen für Schnellreisende" von Karl Baedeker, dem Erfinder des modernen Reisens. Moderiert von Christian Koch, reist der geneigte Leser mit den schönsten historischen Zitaten entlang des Rheins, durch die berühmten Strandbäder Belgiens, ans Mittelmeer und zu den Pyramiden Ägyptens. Unterhaltsamer lassen sich die Anfänge unseres heutigen Tourismus nicht erleben.
Rezensentin Ursula März verbringt einen unterhaltsamen Nachmittag auf dem Balkon mit "Baedeker's Handbuch für Schnellreisende" - ein Best-of aus rund 190 Jahren Reiseführer-Geschichte. Diese Geschichte beginnt 1932, weiß März, nachdem die Eisenbahn und das Dampfschiff erfunden worden waren, und Vordenker wie Karl Baedeker begriffen hatten: Was nun folgen würde, war eine Zeit des Reisens und Erkundens, und dafür brauchten die Menschen Anleitung. Seit der "Rheinreise von Mainz bis Köln" von 1932 hat sich weder am Konzept noch an der Aufmachung der handlichen Baedeker-Bücher viel geändert, erklärt die Rezensentin und freut sich nun über die kleine Kompilation aus lustigen Originalzitaten und erheiternden Kommentaren der Herausgeber.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2019
Es ist eine Art Kompendium aus alten Reiseführern des berühmten Baedeker, das die Autoren hier vorgelegt haben, erzählt Rezensent Hans Gasser. Das Ganze sei "fernab jeglicher politischer Korrektheit und gänzlich frei von praktischem Nutzen", zitiert er aus dem Vorwort. Dafür aber findet der Rezensent es "amüsant", mit den Reisetipps von vor hundert Jahren versorgt zu werden - inklusive Hinweisen auf schmutzige Italiener oder darauf, wie man Ägypter dazu bringe, sich einem nicht zu nähern. Immerhin gehöre auch dies zur Geschichte des Massentourismus. Die etwas forcierte Witzigkeit der Kommentare findet Gasser überflüssig. Leider gibt es keine Bemerkung, die auf alte Karten, Zeichnungen oder Fotografien schließen lässt.
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