Wilfrid Bade, Jahrgang 1906, durchlief im Propagandaministerium der Nazis eine steile Karriere. Zunächst war er für die Auslandskorrespondenten zuständig und arbeitete später häufig als Vertreter des Reichspressechefs im Führerhauptquartier. Neben seiner Tätigkeit im Ministerium war Bade als Autor von Gedichten, Sachbüchern und Romanen, aber auch von in Millionenauflagen erscheinenden Propagandatexten und Zeitungsbeiträgen bekannt. Er verknüpfte, an der Schnittstelle zwischen Partei, Staatsapparat und Massenmedien agierend, sein persönliches Schicksal mit dem des Regimes - bis hin zum eigenen mysteriösen Untergang.
Auf immer im Dunkeln wird wohl das Ende der Nazi-Propaganda-Größe Wilfrid Bade bleiben - welche der kolportierten Versionen seines Todes die richtige ist, das kann nämlich auch der Literaturwissenschaftler Christian Härtel in seiner Studie nicht klären. Also präsentiert er alle drei als Möglichkeiten, und weiß ansonsten, lobt der Rezensent Carsten Wührmann, durch eine präzise und seriös recherchierte Untersuchung zu überzeugen. Bade, der im Laufe seiner Karriere zum Leiter der Abteilung "Zeitschriftenpresse und Schrifttum" im Propagandaministerium aufgestiegen war, verstand sich daneben stets als Autor - und hatte darin Erfolge mit einem Sachbuch über das Auto und nicht so große Erfolge als Lyriker zu verbuchen. Erstmals, freut sich der durchweg sehr angetane Rezensent, wird hier ausführlich das Leben eines "Akteurs unterhalb der Ebene der großen Namen in dem für die NS-Herrschaft zentralen Bereich der Propaganda" dargestellt.
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