Die von Christian Führer initiierten Friedensgebete in der Nikolaikirche bildeten den Auftakt zu den Leipziger Montagsdemonstrationen. Von hier aus nahm die friedliche Revolution in der DDR ihren Lauf. Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung erzählt der Pfarrer in seiner Autobiographie von der Aufbruchsstimmung und den Hoffnungen jener Zeit und resümiert, was heute davon geblieben ist. Die Geschichte eines ungewöhnlichen Lebens und ein sehr persönlicher Blick auf die historischen Ereignisse im Oktober 1989.
Beim Lesen dieser Autobiografie solle man sich einen dicken Mantel anziehen, warnt ein bewegter Rezensent Matthias Neumann. Denn die Geschichten, die der ehemalige Pfarrer der Leipziger Nikolai-Kirche über die Ereignisse im Wendejahr 1989 zu erzählen wisse, ließen ihn frieren. Speziell, wie tief damals das kommunistische Regime moralisch schon gesunken war, wie haarscharf der Herbst 1989 am Blutbad vorbeigeschrammt ist. Besonders dafür sei Christian Führers Buch eine wichtige Quelle, schreibt er. Nicht immer teilt der Rezensent Führers Sicht auf die DDR, zum Beispiel, dass sie ein "Trainingslager für den Glauben gewesen sei". Trotzdem macht Führers vom eigenen Weltbild geschärfter Blick manches für Neumann sehr klar. Und vermittelt ihm ein deutliches Bild vom Leben als Christ in der DDR, die sich immerhin, so Neumann, im Kernland der Reformation etabliert hatte. Sein Mut macht diesen Autor aus Sicht des Rezensenten außerdem zu einem, der in die Reihe der Großen jener Jahre gehört.
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