Charles Jackson

Die Niederlage

Roman
Cover: Die Niederlage
MännerschwarmSkript Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783863002091
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Joachim Bartholomae. John Grandin ist ein erfolgreicher Mann, doch in der Ehe kriselt es. Ein Urlaub auf Nantucket ohne die Kinder soll frischen Wind in die Beziehung bringen. Es ist Juni 1943, Amerika befindet sich seit zwei Jahren im Krieg. Nantucket ist voller Soldaten auf Fronturlaub. Schon auf der Überfahrt zur Insel vor Neu-England läuft Grandin zufällig Cliff Haumann, ein junger Capitän der Marines, über den Weg. Cliff ist beeindruckt von dem gebildeten Hochschullehrer und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Grandin ist vom naiven Charme des Offiziers begeistert. Als er bemerkt, in welche Richtung sich seine Gefühle entwickeln, ist es bereits zu spät...  Als erster amerikanischer Roman thematisiert "Die Niederlage" im Jahr 1946  homosexuelle Gefühle - wie sein literarisches Vorbild Gustav von Aschenbach wird John Grandin plötzlich von Emotionen überwältigt, die sich der Kontrolle seines Geistes entziehen. Wie schon in seinem Debüt-Roman "Das verlorene Wochenende" seziert Jackson auch hier  das Seelenleben eines amerikanischen Bürgertums, das sich standesbewusst an einem europäischen Bildungsbegriff orientiert. Die Helden beider Romane sind sich der Katastrophe, die ihnen bevorsteht, bewusst, aber es fehlt ihnen die Kraft, sich der Entwicklung entgegenzustemmen...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.01.2017

Gustav Seibt freut sich, dass Charles Jacksons weniger bekannter Roman "Die Niederlage" aus dem Jahre 1946 nun auch in brillanter deutscher Übersetzung wiederentdeckt werden kann. Erzählt wird die autobiografisch geprägte, nicht zuletzt auch an die Beziehung von Katia und Thomas Mann erinnernde - und von letzterem hochgelobte - Geschichte der Aufrechterhaltung einer Ehe. Seibt folgt hier dem Ehepaar Ethel und John, die mit einem weiteren Paar einen Urlaub auf Nantucket verbringen, um das Unbehagen, das Johns Homosexualität für die Ehe bedeutet, auszuräumen. Beeindruckt vermerkt der Kritiker, wie der Autor sich an das Thema herantastet, bisweilen erinnert ihn die Konstellation und der drohende Konflikt an Goethes "Wahlverwandtschaften". Das Liebesunglück, das sich mit Johns Bekenntnis einstellt, findet der Rezensent gar "homerisch". Und wie Jackson sein im Jahre 1943 spielendes psychologisches Drama mit dem Zeithintergrund des Kriegs engführt, findet Seibt meisterhaft.
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