Aus dem Französischen von Anne Braun. Alles ist heimlich, denn die zwei Liebenden sind verheiratet - mit einem anderen. Die Leidenschaft lässt die beiden ein Leben neben ihrem Leben inszenieren, isoliert von der Welt. Sie erschrickt, als ihr plötzlich bewusst wird, dass sie schon lange ein Doppelleben führt. Ein Doppelleben, das glücklich macht, aber isoliert. Als er krank wird, merkt sie, dass sie allein ist. Im Krankenhaus kann sie ihn noch einmal sehen, auf einen Block Papier schreibt er ihr endlich Liebesbriefe, die sie von ihm in all den Jahren nicht bekommen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2006
Ein Blick in die Neuerscheinungen aus dem Nachbarland zeigt Martin Krumbholz, dass es mit der hiesigen neuen Bürgerlichkeit und ihrem kürzlich erwachten Familiensinn in Frankreich nicht weit her ist. In den Romanen jüngerer französischer Autorinnen blühe "ein prekäres Paralleluniversum des Ehebruchs" und der "sinnliche Exzess". So auch in der sensibel geschilderten Liebesaffäre zwischen zwei verheirateten Verlagsangestellten, die sich in ein widersprüchliches Doppelleben hinein manövrieren. Aufgerieben zwischen Kinderzimmer und Liebesrausch, gelinge es den Protagonisten immer weniger das eigentliche vom uneigentlichen Leben zu trennen. Gerade diese Unentscheidbarkeit macht für den Rezensenten die Qualität des Romans aus, der ein melodramatisches Ende finde und somit die Liebenden von der Entscheidung entbinde.
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