Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr will. Aber was sie will, das weiß Samara nicht genau. Vielleicht ein Leben, in dem sie sich nicht wie eine Fremde fühlt?Jetzt hat sie knallorange gefärbte Haare, einen schönen alten Wagen und überall, wo sie ankommt, einen neuen Namen. Und aufwärts soll es gehen, also richtig nach oben, hoch in die Schweizer Alpen nach St. Moritz. Da kommt ein wunderschöner Mann mit eisblauen Augen her, den Samara in Berlin kennengelernt hat und der ihr nicht aus dem Kopf geht. Überhaupt gibt es viele schöne und reiche Menschen in St. Moritz - mittendrin Samara, die jetzt nicht mehr Samara heißt. Und keine Hochstaplerin ist, sondern erfolgreiche Künstlerin. Dann ist auf einmal der wunderschöne Mann wieder da. Und vielleicht fängt die Geschichte jetzt erst an …
Gar nicht so einfach, unbefangen über Caroline Wahl zu schreiben, wenn alle vor allem darüber schreiben, wie es ist und was es bedeutet, über Caroline Wahl zu schreiben, findet Rezensent Adam Soboczynski, der sich mit der Autorin in St. Moritz trifft, wo ihr neues Buch spielt. Caroline Wahl sieht aus wie Caroline Wahl, findet Soboczynski und auch das Buch ist wieder ein typischer Wahl: Es geht um Samara, die nach Bali reist, dann in Berlin in einer furchtbaren PR-Agentur arbeitet und schließlich in St. Moritz landet, wo sie sich schnell in komplexen Lügengebilden verirrt, um mit ihren neuen reichen Freunden mithalten zu können. Ein Schelmen- und Hochstaplerroman also, hält Soboczynski fest, aber um Liebe geht es natürlich auch, und wieder hat die große Liebe der Protagonistin "eisblaue Augen". Auch die Rezeption hat Wahl eigentlich schon vorweggenommen, erfahren wir: Sie sei sich sicher, es werde Kritik dafür hageln, dass sie als Deutsche eine Figur mit Migrationshintergrund entwerfe und dass es so viel um Oberflächliches wie schöne Autos gehe. Das will Soboczynski gar nicht bezweifeln, aber allein die herrlich satirischen Passagen über Influencer und ihre Probleme wie etwa dreckige Strände auf Bali, die sich nun nicht mehr als Content nutzen lassen, lohnen schon die Lektüre. Mehr noch: Für Soboczynski sind Wahls Romane aktualisierte Popliteratur - statt des Leidens an der Scheinmoral jener Jahre "bebt" in Wahls Romanen das Verlangen aus der "Skandal-, Lifestyle- und Moralbewirtschaftung sozialer Medien auszubrechen", meint der Kritiker.
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