Carmen Buttjer

Levi

Roman. (Ab 14 Jahre)
Cover: Levi
Galiani Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783869711799
Gebunden, 272 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Levi hat auf der Beerdigung seiner Mutter die Urne geklaut. Jetzt versteckt er sich auf einem Hausdach mitten in Berlin. Zwar wohnt ein paar Stockwerke unter seinem Lager immer noch sein Vater, aber von dem hat er noch nie viel mitbekommen. Und nach der Sache mit der Urne kann er sich sowieso nicht mehr blicken lassen.Tigerschatten springen zwischen den Dächern, sitzen Levi im Nacken und streifen um die Urne - derselbe Tiger, der seine Mutter getötet hat, davon ist Levi überzeugt, auch wenn er in letzter Zeit viel zu schnell erwachsen werden musste und es eigentlich besser weiß. Im Kampf mit dem Verlust sucht der Junge sich seine eigenen Verbündeten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2019

Für Rezensentin Nicole Henneberg ist Carmen Buttjers 11-jähriger Protagonist der liebenswerteste Romanheld seit Tschick. Wie Levi nach dem Tod seiner Mutter durch den Großstadtdschungel Berlin streunt, Freund und Feind begegnet und seiner Fantasie, die dem Leser laut Henneberg starke Bilder beschert, freien Lauf lässt, findet die Rezensentin großartig. Die lakonische, genaue Sprache und die surreale Stadtwelt machen die Geschichte zu einem Abenteuer, auf das sich Henneberg gerne einlässt. Der Held an der Schwelle zum Erwachsenwerden erinnert sie auch an Huck Finn.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.09.2019

Besonders findet Frauke Meyer-Gosau Carmen Buttjers Debütroman. Wie witzig, tempo- und assoziationsreich und mit welch gekonntem Ton die Autorin einen kindlichen Erzähler losschickt, um im heutigen Berlin den Tod seiner Mutter zu verarbeiten und mit desolaten Lebensverhältnissen klarzukommen, findet die Rezensentin bemerkenswert. Ohne Sentimentalität gelingt es der Autorin laut Meyer-Gosau, sich in den Jungen und seine Realität mit wechselnden Begleitfiguren aus nicht weniger prekären Lebensverhältnissen hineinzuversetzen. Der Clou für Meyer-Gosau: Eine Erzählhaltung, die immer auch Platz für das Fantastische bietet. So ist die existenzielle Schwere im Text auszuhalten, meint die Rezensentin.
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