Klappentext
Er nennt sie Mačak - Kater - oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante - nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2026
"Es gibt sie noch, die ernstzunehmende Literatur", jubelt Rezensentin Zelda Biller angesichts David Vajdas Romandebüt. Das dreht sich um vier Geschwister - die Diamanten des Titels - sowie deren Vater; und außerdem um die tote Mutter, die von allen fünf betrauert wird. Auf zwei Zeitebenen ist der Roman erzählt, zum einen geht es um die letzten Jahre der Mutter, zum anderen um das Weiterleben nach ihrem Tod. Der größte Teil der Familie ist im trinkfreudigen Künstlermilieu unterwegs, vor allem mit Film haben viele zu tun. Was passend ist, da auch Vajda, selbst Regisseur, ausgesprochen filmisch schreibt. An J. D. Salinger fühlt sich die Rezensentin angesichts der famosen Dialoge erinnert, außerdem lobt sie das geschickte Ineinander von Komischem und Tragischem. Ein großer Wurf, so das Fazit.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 01.04.2026
Toll, wie es David Vajda gelingt, auf nicht einmal 200 Seiten ein reichhaltiges Familienpanorama zu entfalten, jubelt Rezensent Simon Sahner. Der Trick besteht darin, dass Vajda die Geschichte um vier eigenwillige Geschwister, die allesamt wenig solide durchs Leben driften, um ein einziges Ereignis herum strukturiert, nämlich die Krankheit und den Tod der Mutter. Außerdem nutzt Vajda geschickt die Filmkunst als ein Leitmotiv - einerseits kommen Kameras, Videokassetten und Ähnliches im Roman vor, andererseits haftet den beschriebenen Szenen und auch den Figuren etwas Filmisches an. Insgesamt ist Sahner ziemlich begeistert davon, wie viel in diesem Roman steckt, der inexplizit über seine Figuren auch viel über das Schicksal der ex-jugoslawischen Diaspora erzählt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2026
Gleich zwei besondere Debüts darf Rezensent David Hugendick entdecken: Er hält die Romane von David Vajda und Son Lewandowski für herausragende Beispiele unter den deutschsprachigen Frühjahrserscheinungen. In "Diamanten" beschreibt David Vajda eine bohemehafte Familie nach dem Tod der Mutter, deren flüchtige Treffen an Orten wie Griechenland oder der Provence geprägt sind von Trauer, Sarkasmus und filmischer Spannung. Hugendick lobt Vajas szenische Meisterschaft, die tiefe Charaktere ohne Psychologie erzeugt, sowie das Tempo und die leichte Schwere - ein "kleines Kunststück", das zum Mitfühlen einlädt. Den Figuren attestiert der Kritiker eine geradezu "glühende Präsenz", die ihm diese verlorene Familie so lebhaft vor Augen führt, dass er vergisst, dass sie "nur aus Papier" ist.
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