Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Carmen Bin Ladin kam als Frau von Yeslam, des zehnten Bruders Osama Bin Ladens, nach Saudi Arabien. Hieränderte sich ihr Leben grundlegend. Ihr Mann, für den sie in den Vereinigten Staaten eine gleichwertige Partnerin gewesen war, drängte sie nach der Rückkehr in seine Heimat in die Rolle, die eine saudi-arabische Ehefrau zu spielen hat. Neun Jahre lang hielt Carmen Bin Ladin dieses Leben aus. Dann wurde die Angst um ihre drei Töchter zu groß. Sie kämpfte und setzte durch, dass die Familie, zumindest für eine Weile, in die Schweiz zog. Als die Ehe mit Yeslam schließlich in die Brüche ging, blieb sie mit ihren Töchtern dort. Sie sind frei, doch der Name bleibt ihnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.2003
Andrea Rinnert findet es lobenswert, dass Carmen bin Ladin ihre Memoiren nicht damit interessanter zu machen versucht, indem sie die Leser mit intimen Enthüllungen oder spektakulären Tatsachen über Osama bin Ladin zu ködern versucht. Zumindest die Intention dieser Autobiografie der Schwägerin Osama bin Ladens, die eine persönliche Rechtfertigung gegenüber ihren drei Töchtern und einer Stellungnahme gegenüber der Weltöffentlichkeit sein will, "suggeriert Bescheidenheit", meint die Rezensentin. Sie kann nicht recht verstehen, warum die Autorin so blauäugig sein konnte, nicht vorauszusehen, dass sie in Saudi-Arabien, wohin sie ihrem Ehemann aus den USA, wo sie beide studierten, nach Saudi-Arabien folgte, eine "Existenz voller Zwänge" und sexistischer Unterdrückung ansteuerte. Auch wenn Rinnert es als typisches Merkmal von Autobiografien erkennt, dass dort komplexe Zusammenhänge aus individueller Sicht "griffig" dargestellt werden, findet sie, dass es Carmen bin Ladin mit der "Komplexitätsreduktion" zu weit getrieben hat und statt nur mit ihrem Exgatten nun mit ganz Saudi-Arabien "abzurechnen" versucht. Dafür findet sie, dass die Unterdrückung der Frauen in ihren alltäglichen "Facetten" durchaus einfühlsam dargestellt sind.
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