Sie begleiten uns auf Schritt und Tritt. Keine Bestellung, Rechnung, Lieferung, keine Ehe, keine Scheidung, kein Ein- und Auswandern, keine Steuererklärung, kein Haftbefehl, keine Krankschreibung, keine Gesundheitsvorsorge kommt ohne sie aus. Sie begleiten uns von Geburt an, nicht einmal sterben dürfen wir ohne sie: Formulare. Sie bringen Ordnung ins Leben oder auch nur Form, sie versprechen Klarheit und Orientierung und verursachen doch oft eher Verwirrung, Hilflosigkeit, Chaos. Als Design-Herausforderung oft vernachlässigt, führen sie einen stummen Dialog mit demjenigen, der sie - oft von ihrer Form schon abgestoßen und deshalb widerwillig - ausfüllt- Es könnte netter zugehen zwischen dem fragenden Formular und dem antwortenden Menschen. Es könnte einfacher sein, den individuellen Pfad durch den Frage-Wildwuchs zu finden. Es könnte, davon ist Borries Schwesinger überzeugt, schöne Formulare geben und einen Weg dorthin:"Formulare mögen"könnte ein erster Schritt sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.01.2008
Freudig preist Martin Z. Schröder dieses aus einer Diplomarbeit hervorgegangene Handbuch zur Gestaltung von Formularen und er findet die Leidenschaft, mit der sich Borries Schwesinger seinem Thema widmet, richtig ansteckend. Da das Formular bekanntermaßen ein höchst unbeliebtes Schriftstück ist, das bislang eher ein Stiefkind der Typografen und Designer war, findet der Rezensent es sehr begrüßenswert, dass sich der Autor nun mit seinem geradezu mustergültig geschriebenen und gestalteten Buch dieser Brache annimmt und dabei erfreulicherweise sogar "Humor" beweist. Nach einer Einführung in die Geschichte des amtlichen Formulars untersucht Schwesinger das Formular als "Gesprächsmedium" und bringt viele Beispiele, die das Formular in seiner ganzen amtlichen Scheußlichkeit zeigen. Das Handbuch bietet zahlreiche Tipps zur Gestaltung eines guten Formulars und zudem viele Beispiele für gelungene Exemplare, die der Autor eingehend kommentiert, lobt Schröder, der auf weite "Verbreitung" des Buches hofft.
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