Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2004
In diesem Buch, schreibt die Rezensentin Sieglinde Geisel, sind Eltern nicht einmal zu sehen, nur der kleine Fin. Er ist allein zu Hause und kann nach Herzenslust fernsehen und kochen, was er will. Na ja, meint Geisel, was er eben so unter "kochen" versteht; ein Menü aus Gummibären und Erdnussflips wird aufgetischt, und es kommt, wie es kommen muss: Der Bauch fängt an zu zwicken, und Fin ist geläutert. Als die Eltern heimkommen, will er nichts als "ein richtiges Essen". Ein kleiner, großer Schritt im Zivilisierungsprozess, den jedes Kind, rekurriert die Rezensentin auf Norbert Elias, neu vollziehen muss - hier gelingt er ganz ohne erzieherische Maßnahmen. Geisel erwähnt noch, dass die Gestaltung eher traditionell und "bonbonfarben" ausfällt: "Fin hat ein kreisrundes Gesicht und plüschig weiche Kuscheltiere".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…