Birgit Weyhe

Im Himmel ist Jahrmarkt

Cover: Im Himmel ist Jahrmarkt
Avant Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783939080817
Kartoniert, 280 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Als ihr Vater stirbt, stellt sich Birgit Weyhe plötzlich zum ersten Mal die Frage nach ihrer Familiengeschichte. Ein paar Anekdoten und viel Schweigen. Als ihre Tochter als Hausaufgabe einen Stammbaum zeichnen soll, zeigt sich das ganze Ausmaß ihres Unwissens - selbst die Großeltern sind nur noch blasse Schemen. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche, doch die Recherche bei den wenigen noch lebenden Verwandten wirft neue Fragen auf. Basierend auf Briefen, Gesprächen und Fotografien erzählt Weyhe aus dem Leben ihrer Großeltern.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.07.2013

In ihrer Graphic Novel "Im Himmel ist Jahrmarkt" erzählt Birgit Weyhe die Biografien ihrer Großeltern, die zwischen 1894 und 1913 geboren wurden und allesamt ihre Traumata abbekamen, berichtet Michael Brake. Die Autorin geht dabei nur von einigen Fotografien aus, was ihr an Informationen fehlt, ersetzt sie "mit plausibler Fantasie". Das besondere an Birgit Weyhes Buch sind aber nicht die einzelnen Geschichten, auch wenn sie spannend sind, oder deren Authentizität, die vielleicht etwas fragwürdig ist, sondern die Fülle an graphischen Mitteln, mit denen Wayhe arbeitet, wenn sie zum Beispiel das Innenleben ihrer Figuren darstellen möchte, erklärt der Rezensent: "Texttafeln, Zeichnungen im Stil alter Biologielexika, organische Formen, Kleckse, expressionistische Fratzen, Holz- und Scherenschnitte", alles findet seine Verwendung, freut sich Brake.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2013

Mit diesem Werk ist Birgit Weyhe "endgültig eine der interessantesten deutschen Comicautorinnen", schwärmt Andreas Platthaus, der an ihrem Band "Im Himmel ist Jahrmarkt" allein den Titel zu bemängeln hat, dem es im Vergleich zu früheren Titeln an feiner Doppeldeutigkeit mangele. Doch das ist Klagen auf hohem Niveau, denn sonst hat der Rezensent nur schönste Blumen zu verteilen. Voller Genuss schwelgt er in der zwar metaphernreichen, aber subtil bleibenden Bildsprache, mit der Weyhe die eigene Familiensaga auch als eine Art Geschichte des 20. Jahrhunderts aus Perspektive der Frauen und deren Entbehrungen erzählt. Und Platthaus staunt darüber, wie sehr sich diese Comicautorin im Laufe der Jahre zum Besten entwickelt hat: Im mittlerweile weit bestellten Feld der Comicbiografien positioniert sich Weyhe eigenständig, souverän und vor allem aber gerade erzählerisch so innovativ, dass ihr Werk seinesgleichen bislang nicht kennt und, davon ist Platthaus felsenfest überzeugt, bald Schüler nach sich ziehen wird.
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