Aus dem Englischen von Ulrike Becker. Weihnachten 1985, Oxfordshire, typische Kleinstadt im Nirgendwo. Hier passiert nie etwas. Bis Robert, sechzehn Jahre alt, tot im Teich gefunden wird. Aber auch das ist eher ein Unfall, eine unselige Verkettung von Wünschen, Sehnsüchten und Hoffnungen auf ein anderes Leben.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 13.03.2008
Besonders die stringente Komposition mitsamt gekonnten Perspektivwechseln hat Carola Ebeling an "Stille Wasser", dem Debütroman der jungen britischen Autorin Bethan Roberts, beeindruckt. In einem an die Struktur Shakespeare'scher Tragödien angelehnten Aufbau lässt Roberts die in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts angesiedelte Familiengeschichte von Howard, seiner Frau Kathryn und ihrem schwulen Sohn Robert ihren Lauf nehmen. Einem ersten Teil, der aus der Perspektive Howards die frühen Jahre der Familie erzählt, setzt die Autorin mit einem zweiten Teil, der aus der Perspektive von Roberts Klassenkameradin Joanna erzählt wird, einen ganz neuen Erzählstrang entgegen, berichtet Ebeling fasziniert. Im dritten Abschnitt, der auf die Katastrophe von Roberts Tod hinausläuft, wird schließlich abwechselnd aus Howards und aus Joannas Perspektive erzählt. Nicht nur die Konstruktion, sondern auch Bethan Roberts' Zugang zum Innenleben ihrer Figuren, das sie plastisch zu schildern versteht, lobt Carola Ebeling, in der dieser Erstlingsroman eine beeindruckte Rezensentin gefunden hat.
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