Populäre Bilder von Wissenschaft werden von Druck- und elektronischen Medien verbreitet. Sie gehören zum Alltagswissen. Wo kommen sie her und wie werden sie gemacht? Gibt es Beziehungen zwischen den Bildern, die in den Wissenschaften produziert werden, und dem Bild, das sich die Öffentlichkeit von Wissenschaft macht? Wenn ja, wie lassen sich diese Beziehungen beschreiben? Der Band untersucht den Zusammenhang zwischen Bildern in der Wissenschaft und von der Wissenschaft vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Bilder vom Frosch im Laborexperiment bis zu den Phantasiewelten der Nanotechnologie, denen im Spielfilm und anderen populären Medien die Bilder des mad scientist wie Frankenstein und Dr. Caligari, aber auch des Fortschritts im Hochtechnologielabor gegenüberstehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2009
Manuela Lenzen folgt den Autoren dieses interdisziplinären Sammelbandes zur Geschichte und Wirkung der Wissenschaftsbilder mit Interesse. In den Beiträgen erfährt sie über den "pictural turn", erst zur Illustration, dann zur Fotografie, die einst als Inbegriff der Objektivität galt, wie ihr Bernd Hüppauf am Beispiel des vivisektierten Frosches erklärt. Welche Blüten das treiben konnte, liest Lenzen in einem Beitrag über den "Vivisekteur" Jack the Ripper, gegen den sich die Ärztezunft damals regelrecht abgrenzen musste. Aber auch weniger aufreibende Funktionen erfüllten die Bilder der Wissenschaft, teilt Lenzen uns mit, und erkennt das imagekreierende Potential etwa der Helden-Bilder von Polarexpeditionen oder eher schrulliger Wissenschaftler in Comics. Dass die Beiträger bei solcher Vielfalt keinen Patentzugang zum Phänomen Wissenschaftsbild finden, wundert Lenzen nicht. Und auch nicht das pessimistische Fazit der Herausgeber, die dem Bild in Zeiten seiner digitalen Manipulierbarkeit eine den Objektivitätsanspruch der Wissenschaft eher sabotierende Energie unterstellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2009
Manuela Lenzen folgt den Autoren dieses interdisziplinären Sammelbandes zur Geschichte und Wirkung der Wissenschaftsbilder mit Interesse. In den Beiträgen erfährt sie über den "pictural turn", erst zur Illustration, dann zur Fotografie, die einst als Inbegriff der Objektivität galt, wie ihr Bernd Hüppauf am Beispiel des vivisektierten Frosches erklärt. Welche Blüten das treiben konnte, liest Lenzen in einem Beitrag über den "Vivisekteur" Jack the Ripper, gegen den sich die Ärztezunft damals regelrecht abgrenzen musste. Aber auch weniger aufreibende Funktionen erfüllten die Bilder der Wissenschaft, teilt Lenzen uns mit, und erkennt das imagekreierende Potential etwa der Helden-Bilder von Polarexpeditionen oder eher schrulliger Wissenschaftler in Comics. Dass die Beiträger bei solcher Vielfalt keinen Patentzugang zum Phänomen Wissenschaftsbild finden, wundert Lenzen nicht. Und auch nicht das pessimistische Fazit der Herausgeber, die dem Bild in Zeiten seiner digitalen Manipulierbarkeit eine den Objektivitätsanspruch der Wissenschaft eher sabotierende Energie unterstellen.
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