Benjamin Percy

Wölfe der Nacht

Roman
Cover: Wölfe der Nacht
Luchterhand Literaturverlag, München 2013
ISBN 9783630873763
Gebunden, 368 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Berr. Selbst in der Wildnis von Oregon haben es echte Männer heutzutage schwer. Freizeitparks verschönern die Gegend, das Jäger-Handwerk ist aus der Mode. Paul will sich damit nicht abfinden. Männer müssen Kerle sein, und so will er, als sein Enkel Graham alt genug ist, mit ihm und dessen Vater losziehen und ihm das Jagen beibringen. Justins Frau Karen war von Anfang an gegen diesen Ausflug. Aber am Ende hat sie nachgegeben - vielleicht bringen ihr die Tage alleine auch Klarheit über die Zukunft ihrer angeschlagenen Ehe. Sie ahnt nicht, dass nicht ihr Mann und ihr Sohn, sondern sie selbst in höchster Gefahr schwebt. Denn Brian, der nette Schlüsseldienstbetreiber, ist nur körperlich gesund aus dem Irakkrieg wiedergekehrt. Nachts streift er in Tierfellen durch die Wälder.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.08.2013

Tipp von Jürgen Brocan, der dem Romanerstling von Benjamin Percy durchaus einige gute Seiten abgewinnen kann: Klischees ausräumen, Handlungsbogen stärken und an der Figurenzeichnung arbeiten, dann klappts auch mit dem Roman. Bis dahin liest der Rezensent das Buch lieber als komplexe Novelle mit kammerspielartiger, präziser Behandlung von Männerkonflikten und dem Thema Mensch und Natur. Die (nicht eben neue) Moral, dass Gewalt und Machtgier dieses Verhältnis bestimmen, findet Brocan im Text erzählerisch überzeugend umgesetzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.07.2013

Der Prämisse, drei Männer in die Wildnis zu schicken und Männlichkeitsrituale abzuhalten, steht Christoph Schröder zunächst skeptisch gegenüber, lässt sich dann aber doch rasch von Benjamin Percy mitreißen. Großvater, Vater und Sohn schlagen sich in dessen Debutroman "Wölfe der Nacht" durch die Wälder Oregons, referiert der Rezensent und honoriert begeistert, dass der Autor der Versuchung in Form von abgedroschenen Standardmotiven widersteht, gleichzeitig aber keine ironische Distanz zu seinen Figuren aufbaut. Dass es in einem parallelen Erzählstrang um einen labilen Irak-Veteranen geht, findet Schröder "geschickt arrangiert" und alles in allem also einen "zeitgemäßen Abenteuerroman".