Ben Marcus

Flammenalphabet

Roman
Cover: Flammenalphabet
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2012
ISBN 9783455403701
Gebunden, 430 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Thomas Melle. Zuerst sind es nur die Juden, bald schon trifft es jeden: Die Sprache der Kinder wird für Erwachsene unerträglich, sie macht krank und tötet. Claire, Sams Frau, ist bereits schwer erkrankt und erträgt die Nähe ihrer Tochter Esther nicht mehr, die sie über alles liebt. Unaufhaltsam breitet sich die Epidemie aus, Panik greift um sich, und die letzten Radiosendungen verkünden, dass die Menschen ihre Kinder und Häuser verlassen, um in die Wildnis zu fliehen. Als Claire kurz vor dem Zusammenbruch steht, scheint auch ihnen kein anderer Ausweg zu bleiben, aber am Vorabend ihres Aufbruchs verschwindet Claire, und Sam macht sich auf den Weg, um ein Heilmittel zu finden. Dabei gerät er in eine gefährliche Schattenwelt. Ben Marcus erzählt von der Macht der Familie, zu lieben und zu zerstören.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012

Rezensent Jens-Christian Rabe holt ein bisschen aus, um Ben Marcus' Roman "Flammenalphabet" die Wertschätzung zu sichern, die er seiner Meinung nach verdient hat. Der amerikanische Autor erzählt in seiner Geschichte von einer Sprache, die die Zuhörer buchstäblich vergiftet und für die fieberhaft nach einem Heilmittel gesucht wird. Die gute alte Sprachskepsis also, die schon in Hofmannsthals berühmtem "Chandos-Brief" grassiert und die seither aus der anspruchsvollen Literatur nicht wegzudenken ist, wie der Rezensent weiß. Aber wenn man kürzlich Josef Ackermanns mit allen PR-Wassern gewaschene Sprachverdrehungen in der Talkshow von Günter Jauch gehört hat, dann wirkt die Idee von Ben Marcus gar nicht so abgestanden, wie man zuerst glauben könnte, meint der Rezensent, zumal Marcus seine Sprachkritik in das düstere Setting eines Science-Fiction-Romans bette. Auch die Übersetzung des Autors Thomas Melle hat den Rezensenten überwiegend überzeugt und so lässt er sich gern in den Sog dieser bedrohlichen, surrealen Geschichte voller Anspielungen ziehen.

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