"Ich will alles anschauen, die Augen umherstrielen lassen, Gesichter nehmen, mich sekunden- minutenweise verlieben". Alles zu wollen, es mit den Augen zu fixieren und den Gefühlen zu umarmen - der Impuls des Aus- und Umgreifens ist nur eine Eigenart von Brechbühls Lyrik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2001
In hohen Tönen spricht Rezensent Martin Zingg von dem schriftstellerischer Gesamtwerk des Schweizer Autoren und Verleger Beat Brechbühl, der jetzt einen neuen Band mit Geschichten veröffentlicht hat. Und auch von dieser Neuerscheinung ist Zingg ziemlich beeindruckt, auch wenn er einen kleinen Kritikpunkte anzubringen hat: er findet, dass die - eher erzählenden - Gedichte "mitunter in die Geschwätzigkeit zu kippen drohen". Da dieser Lyrikband aber extrem vielseitig ist, fällt das nicht besonders unangenehm ins Gewicht, es gibt hier noch viel anderes zu entdecken: "knappe, schon fast spröde Texte" und einen "melancholischen Blick auf die Welt, die sekundenschnell, wie in einem Schnappschuss gefasst wird", so benennt Zingg die Qualitäten dieser Gedichtbandes.
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