Barbara Zeman

Immerjahn

Roman
Cover: Immerjahn
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2019
ISBN 9783455004953
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

In der lähmenden Hitze eines Spätsommers beschließt der steinreiche Erbe Immerjahn, der Erlesenheit seiner Welt zu entfliehen. Er will seine Villa mitsamt der eindrucksvollen Kunstsammlung zum Museum machen. Doch bei den Vorbereitungen verstrickt er sich zunehmend in den Fäden seiner Liebes- und Lebensgeschichte. Statt unentwegt an der bevorstehenden Eröffnung zu arbeiten, wird Immerjahn von seiner Melancholie übermannt, und während der Sohn Olympisches Gold erschwimmt, offenbart sich Immerjahn, dass seine Frau Katka wohl seit Jahren schon seinen besten Freund liebt. So scheint ihm kurz vor der Ausstellungseröffnung nicht nur die Zeit zwischen den Fingern zu zerrinnen, sondern sein ganzes Leben. Barbara Zeman erzählt in ihrem Debüt von versehrter Männlichkeit und den Absurditäten eines ästhetisierten Lebens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2019

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke lustwandelt in dem Museum aus Wörtern und Sätzern, das Barbara Zeman mit ihrem Romandebüt geschaffen hat. Als quertreibend ungewöhnlich beschreibt sie das Buch, das allen Leseerwartungen an Handlung, Spannung, Tempo zuwiderläuft, wie sie findet. Dass die Autorin es mit einem Minimum an Dialogen und Geschehen dennoch schafft, sie in den Bann zu ziehen, scheint Maidt-Zinke erstaunlich. Mit dem trägen, träumerischen Antihelden des Buches, einem kunstsammelnden Dandy, begibt sich die Rezensentin auf Wanderschaft durch eine zum Museum umfunktionierte Villa, durch gemalt wirkende Szenen, Bildbeschreibungen und Figurenporträts. Ein Buch zum anregenden Schauen, meint Maidt-Zinke.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2019

Als "literarische Schneekugel" feiert Paul Jandl dieses Romandebüt, in dem die österreichische Autorin Barbara Zeman alles zum Schweben und zum Fliegen bringe. Zeman erzählt die Geschichte des Zementfabrikantenerbes Immerjahn, der mit seinem vielen Geld natürlich auch das Recht auf Exzentrik erworben hat. Deswegen darf er in seiner von Ludwig Mies van der Rohe erbauten Villa auch Kunst und Krempel zu einem einzigen Kuriositätenkabinett zusammenbringen: Käfer und alte Waffen, Malewitsch und Francis Bacon, und zwar in Petersburger Hängung. Um diesen Erben herum ordnet Zemann eine Reihe exaltierter Figuren, eine Assistentin, einen Maler, einen Kunstkritiker. Jandl gefällt diese groteske Assemblage hervorragend, die für ihn in ihrer Sinnlichkeit ein wahres "Fest des Schauens" ergibt. Oder was heißt hier Fest, es ist die reinste Party!

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