Antoni Tapies ("Kunst ist eine Suggestion der Wirklichkeit") - der am 13. Dezember 2003 achtzig Jahre alt wird - gehört mit Joseph Beuys, Robert Rauschenberg, Eduardo Chillida, Mario Merz, Cy Twombly einer Generation an, die die Kunst in den 50er und 60er Jahren revolutionierte. Krieg und Zerstörung hatte die Jugend dieser in den zwanziger Jahren Geborenen geprägt. Die Publikation gilt dem Gesamtschaffen von Antoni Tapies, einem Werk, das durch neue Ausdrucksmittel und archaische Materialien einen neuen Primitivismus herbeiführte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.02.2004
Barbara Catoir will kein "Kunstvernichter" sein, der mit analytischer Kälte den Werken das Leben austreibt, berichtet Christiane Meixner, weshalb sie das Werk Antoni Tapies in ihrem Buch nicht zu zerlegen, sondern "nach künstlerisch verwandten Prinzipien zu beschreiben" versucht. Dem assoziativen Charakter von Tapies' Skulpturen, Gemälden und Assemblagen, in denen alltägliche Gegenstände "stets Zeichen für etwas anderes" sind, stelle sie daher eine Kontextualisierung des Werkes zur Seite. In diesem Bemühen schießt Catoir zwar zuweilen übers Ziel hinaus, wenn sie beispielsweise allzu blumig "von 'schöpferischen Prozessen' spricht, die es zu 'orchestrieren' gelte", merkt Meixner an, doch alles in allem gelingt es der Kunstpublizistin das Werk des Katalanen "verbal aufzuladen" und "um zahlreiche Aspekte" zu ergänzen.
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