Axel Hacke, Giovanni di Lorenzo

Wofür stehst Du?

Was in unserem Leben wichtig ist. Eine Suche
Cover: Wofür stehst Du?
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2010
ISBN 9783462042412
Gebunden, 231 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Zwei Freunde, nahezu gleichaltrig, stellen fest, dass sie sich in Jahrzehnten über vieles Private ausgetauscht haben, Leidenschaften, Ehen und Trennungen, Erfolge, Ängste und Todesfälle, dass aber eines zwischen ihnen seltsam unbesprochen blieb: An welche grundlegenden Werte glaubst du eigentlich, wenn es nicht um dich, sondern um uns alle geht? Was ist wirklich wichtig in diesem Land? Für welche Ziele der Gemeinschaft bist du bereit, dich einzusetzen? Kurz: Wofür stehst du?
Wir leben in Zeiten unübersehbaren Rückzugs ins Persönliche, einer nachgerade verbissenen, ja, verzweifelten Glückssuche im Privaten, der massenhaften Ablehnung gesellschaftlicher Verantwortung, in Zeiten von Missmut, Frust und Gemoser über den Staat. Die Beteiligung an Wahlen sinkt kontinuierlich, die Bereitschaft, sich als Bürger zu verstehen, wird immer geringer. Dafür wachsen Ansprüche auf der einen, Gleichgültigkeit auf der anderen Seite. Das ist angesichts großer Herausforderungen eine unakzeptable Situation, aus der viele Menschen für sich selbst ratlos und vergeblich einen Ausweg suchen.
In diesem Buch versuchen die Autoren zu beschreiben, welche Werte sie für wichtig halten - und dies auf sehr ungewöhnlichen Wegen: nicht als abstrakten Tugendkatalog, sondern als eine Art Inventur bisheriger Lebensführung. Sie suchen nach Antworten in den großen Themenfeldern Politik und Staat, Klimawandel, Gerechtigkeit, Migration und Fremdheit, Angst und Depression, Krankheit und Tod.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Rezensent Michael Pawlik weiß dieses Buch von Axel Hacke und Giovanni di Lorenzo zu schätzen. Er sieht die Autoren auf eine kluge Weise von dem sprechen, "was in unserem Leben wichtig ist". Es geht um Werte, die Komplexität des Lebens, Leistungsdruck. Vor allem aber handelt das Buch für Pawlik von der Angst und davon, "wie man ihr standhalten kann". Eingehend zeichnet er die Überlegungen der Autoren dazu nach. Besonders sympathisiert er mit deren Bekenntnis zur eigenen Ambivalenz und dem Verzicht, Eindeutigkeit zu fordern. "Aus kaum einer Krise oder Konfrontation", zitiert er die Autoren, "kommt man mit nur einer einzigen Erkenntnis heraus, oft aber mit vielen Widersprüchen."