Audrey Couloumbis

Sag einfach ja

(Ab 11 Jahre)
Cover: Sag einfach ja
Cecilie Dressler Verlag, Hamburg 2003
ISBN 9783791527307
Gebunden, 190 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Yvonne Hergane. Als Casey von der Schule nach Hause kommt, ist ihre Stiefmutter Sylvia verschwunden. Sie hat das 12jährige Mädchen allein gelassen. Casey will nicht in die Mühlen der staatlichen Fürsorge geraten undverbirgt deshalb vor allen, dass sie alleine wohnt. Immer wieder steht sie vor schwierigen Entscheidungen und weiß nicht, was sie tun soll. Doch in Paulie, dem Pflegesohn des Hausmeisters, findet sie einen Freund. Und vielleicht ist Casey gar nicht so allein, wie sie denkt .

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.07.2004

Karla Schneider ist von diesem Roman um das 12-jährige Mädchen Casey, die in der Mietskasernenwohnung allein zurückbleibt, weil ihre geliebte Stiefmutter einfach abgehauen ist, sehr gefesselt. Der Umstand, dass die amerikanische Autorin Audrey Couloumbis fast die gesamte Handlung in dem Mietshaus spielen lässt, preist die Rezensentin als "klugen, fast schon filmischen Kunstgriff" und ihr gefällt bei aller Dramatik der Geschehnisse - das Mädchen wird in kriminelle Handlungen hineingezogen und "sadistische" Nachbarn versuchen sich der Wohnung zu bemächtigen - die "Unaufgeregtheit des Erzählstils". Auch dass Couloumbis die Geschichte zwar aus der Perspektive Caseys schildert, aber dennoch nicht in nervigen "Jugendjargon" verfällt, gefällt Schneider ausnehmend gut. Bei ihr hat der Roman Anteilnahme geweckt und auch für Überraschungen gesorgt, und sie lobt ihn deshalb uneingeschränkt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.11.2003

Gespalten ist das Urteil des Rezensenten Siggi Seuss über diese Geschichte eines Mädchens, das von seiner psychisch instabilen Stiefmutter nach dem Tod des Vaters verlassen wird und diese Situation eine Zeit lang vertuscht. Zum Teil leide die "realistische Dramaturgie" bisweilen arg unter den erzählerischen Schlenkern, die die Autorin Audrey Couloumbis einbaue, um die totale Katastrophe von ihrer Protagonisten abzuwenden. Zum anderen beweise Couloumbis in einigen Zusammenhängen großes psychologisches Einfühlsvermögen, zum Beispiel, wenn sie von der "seltsam widersprüchliche Freundschaft" zum Pflegesohns des Hausmeister erzähle, der zunächst als einziger die Notlage des Mädchens erspürt: "Das sind glaubwürdige, empfindsam erzählte Passagen", findet Seuss. Der Autorin gelingt es seiner Ansicht nach jedenfalls recht gut, das "Prinzip Hoffnung" in die Geschichte einzubauen - manchmal allerdings mit dem Ergebnis, dass die Glaubwürdigkeit des Erzählten darunter leidet: "Es wäre klüger gewesen, die Geschichte schon vor dem Happy End langsam abzublenden", lautet deshalb das Fazit des Rezensenten.

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