Aus dem Französischen übersetzt und kommentiert von Tim Trzaskalik. Arthur Rimbaud ist zum Mythos geronnen. Seine Werke sind zu Meteoriten verklärt und gelten vielen Lesern immer noch als Kronzeugen für die vermeintliche Unverständlichkeit moderner Lyrik. Rimbauds vollständige Korrespondenz, sämtliche zu Lebzeiten gedruckten Werke (auf Grundlage der Handschriften neu übersetzt) sowie alle zeitgenössischen Rezensionen liegen mit Lefrères monumentaler Rimbaud-Edition nun erstmals auf Deutsch vor. Ein hierzulande noch weitgehend unbekannter Rimbaud offenbart sich. Seine zwei Leben begegnen sich zwischen Buchdeckeln.
Umblättern heißt ungeheure Entfernungen zurücklegen: Während 1889 in einer kleinen Pariser Zeitschrift zum ersten Mal Rimbauds "An die Musik" erscheint, sitzt der Verfasser in Harar und schreibt Rechnungen für die mit ihm in Verbindung stehenden Kaufleute in Schoa oder Aden. Und verweigert jeden Bezug zwischen sich und den Heften, in denen er gedruckt wird, jeden Bezug zwischen seinem Leben und der speziellen Lebensweise der Veröffentlichung, die ihm widerfährt - zu spät. Wie kaum ein Dichter vor ihm hatte Rimbaud die Dichtung aus ihrer Zeit hervorgehen lassen. Aus der und gegen die Literatur seiner Zeit bezog er den Stoff für sein dichterisches Denkmal der Pariser Kommune. In der Überfülle unterschiedlichster Dokumente wird lesbar, wie der Dichter zum Schweigen gebracht, aus dem Schreiben vertrieben wurde - und wie er sich letztlich in dieses Schicksal fügte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2018
Stefan Zweifel liest die dreibändige Ausgabe der Korrespondenz des großen Arthur Rimbaud mit Verstörung und einiger Ernüchterung. Rimbaud als lyrischer Heros wird für ihn aus den Briefen kaum sichtbar, eher ein bürokratischer Zahlenfuchs, der sich um sein Kapital sorgt. Erhellend das rätselhafte Leben des Dichters betreffend findet er die Briefe aber schon. Und die Sorgfalt bei der Kommentierung scheint ihm aller Ehre wert. Die Übersetzung der in die Briefedition mit eingebetteten Gedichte weniger. Hier fühlt sich der Rezensent nicht selten um den sprachlichen Furor des jungen Wilden gebracht und dafür mit "Substantivmonstern" und allerhand "Wortgeröll" abgespeist.
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