Arnold Höllriegels Bericht vom Mahdi-Aufstand und der Errichtung eines islamischen Staates im Sudan in den 1880er Jahren erinnert uns in vielem an unsere Gegenwart. Arnold Höllriegels originelles Mahdi-Epos ist eine literarische Auseinandersetzung mit dem alten Konflikt zwischen dem europäischem Selbstverständnis und dem orientalisch-afrikanischen Fremden.
"Die Derwischtrommel" geht auf Höllriegels Sudan-Aufenthalt im Jahr 1929 zurück und ist Romanbiografie über eine historische Figur in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, die mit Eindrücken aus dem Khartum der 1920er Jahre untermischt ist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.01.2019
Neunzig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung liest Carsten Hueck Arnold Höllriegels Romanbiografie über den Gotteskrieger Mohammed Achmed, genannt der Mahdi, mit Erkenntnisgewinn. Wie schwungvoll Höllriegel alias Richard Arnold Bermann religiösen Fundamentalismus und den Blick des Westens auf den Orient thematisiert, hat für Hueck nichts an Aktualität verloren. Dass der Autor seine Figur nicht dämonisiert, sondern seine Motive zu verstehen sucht und die behauptete Differenz zwischen Orient und Okzident relativiert, scheint Hueck bemerkenswert modern. Modern findet er auch den rasanten Stil des Autors, der Perspektiven, Orte und Redeweisen zu einem Cinemascope-Erlebnis verbindet, wie der Rezensent feststellt.
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