Es ist heiß. Freibadwetter. Da sind das Schwimmbecken, die Liegewiese und der Sprungturm mit dem Siebener, der gesperrt ist seit dem Unglück damals. Aber die Vergangenheit lässt sich nicht ewig abriegeln. Das weiß Kiontke, der Bademeister, so gut wie alle anderen hier. Wie Joe und Lenny, oder Isobel, die immer mehr im Gestern lebt. Für sie alle ist das Freibad ein Ort, der ihren Lebensweg bestimmt. Mit feinem Humor und großem Einfühlungsvermögen erzählt Arno Frank vom Weggehen und Zurückkommen, vom Bleiben und der Suche nach dem Glück.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2023
Rezensent Alex Rühle verbringt einen Sommertag im Freibad in der pfälzischen Provinz mit dem neuen - ersten fiktiven - Roman von Arno Frank. Aber von sommerlicher Trägheit ist hier nicht viel zu spüren, versichert der Kritiker: Wenn Bademeister Kiontke, Kassiererin Renate, der Fotograd Lennart und die Lateinlehrerin Isobel aufeinandertreffen, zudem eine Leiche durch den Text geistert, entfaltet der Roman schnell seinen besonderen Sog auf Rühle. Allein wie es dem Autor gelingt, nach und nach das Beziehungsgeflecht, das die Figuren verbindet, offenzulegen, findet Rühle beeindruckend. Vor allem aber kommt er den Figuren dank Franks präziser Beschreibung ihrer Bewegungen, ihrer "Schrullen" und Ängste so nahe, dass er sie nach der Lektüre schnell vermisst. Nur mit der sechzehnjährigen Ich-Erzählerin, die der Autor in einem merkwürdigen Mix aus antiquiertem Jargon und Jugendslang sprechen lässt, wird Rühle nicht ganz warm. Daon abgesehen aber empfiehlt er diesen fesselnden Roman mit Nachdruck.
Als "Lehrstück über die deutsche Provinz" liest Andreas Rüttenauer den Roman seines früheren taz-Kollegen Arno Frank über einen Sommertag in einem Freibad in Ottersweiler. Die Figuren, die sich hier tummeln, lässt der Autor alle abwechselnd erzählen: etwa den ältlichen Bademeister, die kettenrauchende Kassiererin oder den Fotografen Lennart, der von seinem Job in New York schweren Herzens wieder in sein Heimatdorf zurückkehrt. Dem Rezensent gefällt, dass Frank seine Figuren mit ihren zuweilen auch sehr schäbigen Seiten nicht zu Witzfiguren macht, sondern mit Würde erzählt. Ganz nebenbei flicht der Autor Beobachtungen über das soziale Dorfgefüge ein, zum Beispiel, dass im Gemeinderat nun die sitzen, die schon früher gegen Ausländer hetzten, schreibt der Kritiker. Ein "fesselndes Porträt der Normalität", findet er.
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