Arno Borst (Hg.)

Schriften zur Komputistik im Frankenreich von 721 bis 818

3 Bände. Monumenta Germaniae Historica
Cover: Schriften zur Komputistik im Frankenreich von 721 bis 818
Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2006
ISBN 9783775210218
Gebunden, 1643 Seiten, 150,00 EUR

Klappentext

"Frage: Was ist die Zeit? - Antwort: Die Zeit ist der Raum, der sich vom Anfang bis zum Ende spannt. - Frage: Wieviele Teile hat die Zeit? - Antwort: Die Zeit hat 14 Teile: das Atom, den Moment, die Minute, den Punkt, die Stunde, den Vierteltag, den Tag, die Woche, den Monat, die Jahreszeit, das Jahr, das Jahrtausend (saeculum), das Zeitalter, die Welt." Mit diesen Sätzen begann der 'Computus Hibernicus', eine lateinische Schrift, die 689 in Irland von einem namenlosen Autor verfasst, 719 neu bearbeitet und 817 in Regensburg abgeschrieben wurde. Dreizehnhundert Jahre später fragen wir immer noch, was die Zeit eigentlich ist. Die hier vorgelegten Ausgaben beenden Arno Borsts Studien zur Nutzung, Gliederung und Deutung der Zeit im europäischen Frühmittelalter, die ihn seit 1968 beschäftigen. Nach einer ausführlichen Einleitung über Probleme, Geschichte und Überlieferung der Komputistik und dem Verzeichnis der Handschriften, das allein 112 Seiten umfasst und als vorläufige Übersicht komputistischer Schriften vom 8. bis 12. Jahrhundert dienen kann, ediert Borst 20 Komputistische Schriften, vom aquitanischen Vorwort zur Ostertafel von 721 bis zur Salzburger Enzyklopädie von 818, nach 135 Handschriften und 2 Drucken verschollener Codices.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.11.2006

Überaus beeindruckt zeigt sich Rezensent Johannes Fried von dieser Edition von zwanzig mehr oder weniger bekannten Schriften zur Komputistik im Frankenreich von 721 bis 818, die Arno Borst herausgegeben hat. Ausführlich würdigt Fried die Verdienste des Mediävisten für die Erforschung der mittelalterlichen Komputistik, in der Kosmologie, Anthropologie und Religion verschmelzen und die als Grundlage moderner Zeittheorien gelten darf. Die vorliegenden Texte dokumentieren für Fried auf faszinierende Weise Neugier, Methodenreichtum und Erkenntnisfortschritte mittelalterlicher Gelehrter. Borsts "großartige" Edition, der Kommentar und die Einleitung haben Fried rundum überzeugt. Er unterstreicht, dass Borst sich nicht mit der bloßen Edition oder Beschreibung der aufgefundenen Codices begnügt, sondern jedes Manuskript als historische Quelle betrachtet und in der Geschichte der Komputistik und der Geistesgeschichte des Mittelalters verortet. Darüber hinaus würdige und kritisiere Borst auch neuere und jüngste Forschungsansätze bis hin zur Auseinandersetzung mit chrono- und neurobiologischen Forschungsansätzen in Anthropologie und Geschichtswissenschaft.

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