Arne Dahl

Rosenrot

Kriminalroman
Cover: Rosenrot
Piper Verlag, München 2006
ISBN 9783492048095
Gebunden, 400 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt .Bei einer Razzia im Milieu illegaler Einwanderer wird der Südafrikaner Winston Modisane von dem Polizisten Dag Lundmark erschossen. Lundmark verschwindet nach einem ersten Verhör spurlos. Schnell wird klar, dass er als Leiter der Razzia ganz andere Absichten verfolgte als nur das Aufstöbern der illegal Eingewanderten. Warum musste Modisane sterben? Hängt sein Tod vielleicht mit seiner Beschäftigung in einem Pharmaunternehmen zusammen, in dem AIDS-Medikamente entwickelt werden? Der Mord an einem international gesuchten Serientäter aber lenkt die Sonderermittler Paul Hjelm und Kerstin Holm zunächst von diesem brisanten Fall ab ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.05.2006

Ulrich Baron ist von diesem Kriminalroman des schwedischen Autors Arne Dahl vollkommen begeistert. Nicht nur die spannende Handlung, in der sich ein zunächst rassistisch motiviert erscheinender Mord an einem afrikanischen Asylbewerber als etwas ganz anderes herausstellt, um mit internationalen Verwicklungen fortzufahren, die sich am Ende doch als eine tragische Beziehungsgeschichte erweisen, schlägt den Rezensenten in den Bann. Ihn entzückt zudem, dass Dahl mit den Klischees des Krimis spielt und sie gekonnt aushebelt. Dabei nehme er den traditionellen Hang von Ermittlern zu Fastfood genauso aufs Korn wie das in dem Genre gern behauptete psychologische Geschick beim Verhör von Verdächtigen. Hier spielt ein Autor souverän mit den Versatzstücken des Kriminalromans und erzählt dabei trotzdem eine hoch spannende und dabei zu Herzen gehende Kriminalgeschichte, so Baron hingerissen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.04.2006

Hier sind mindestens zwei Leichen überflüssig, befindet die Rezensentin Katharina Granzin und muss zugeben: Ein kleines bisschen ist Arne Dahl also auch befallen vom Mankellschen Virus - der sich unter anderem durch unnötigen Leichenreichtum auszeichnet. In seinen Vorgängerkrimis, erklärt die Rezensentin, kürte Dahl je ein anderes Mitglied seines Stockholmer Ermittlerteams zum Protagonisten und verwickelte ihn persönlich ins Geschehen. Diesen "Kunstgriff", so die Rezensentin, führt er auch in "Rosenrot" weiter und so ist es diesmal die Ermittlerin Kerstin Holm, die im Mittelpunkt steht und insofern themengebend ist, als es um Gewalt an Frauen geht, was der Rezensentin dann doch ein wenig schematisch erscheint. Und doch gerät die Rezensentin ins Schwärmen: Scheinbar unzusammenhängende Tote werden "virtuos" zu einem kriminalistischen Handlungsstrang zusammengeführt, und die Motivation des Täters ist - wie immer - "genialisch moralisch verdreht". Und ebenfalls wie immer, so die Rezensentin, besticht Dahl durch seinen "leicht manierierten", nahezu literarischen Ton und durch die "organische" Vielschichtigkeit seiner Charaktere.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.04.2006

Tobias Gohlis preist Arne Dahls neuen Kriminalroman "Rosenrot". Dahl ist einer der ganz Großen, so Gohlis, und mit seinem jüngsten Werk zementiere er diesen Ruf. Erzählt wird die Geschichte um die A-Gruppe, eine schwedische Polizeieinheit, der auch Dag Lundmark und Kerstin Holm angehören. Lundmark und Holm waren einst verlobt, dann aber begann er, sie systematisch zu vergewaltigen. Später erschießt Lundmark bei einer Hausstürmung noch einen Illegalen. Es entsteht so ein sich "raffiniert Schicht um Schicht verzweigender Doppel-Kriminalfall", ästhetisch angereichert mit "antiker Mythologie, modernem Jazz und Anspielungen auf Ikonen der Kriminalliteratur", schwärmt Gohlis. Hinzu kommen die schon bewährten Qualitäten des Autors, die laut Rezensent für Leidenschaft, Witz, Spannung und Geschichtstiefe bürgen.
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