Anita Berber (1899-1928) war Filmstar, Tänzerin, Modeikone und Skandalfigur zugleich. Sie trug Frack und Monokel, lange vor Marlene Dietrich, sie lebte auf offener Bühne ihre Bisexualität und ihre Drogensucht aus, prügelte sich mit Kritikern, versuchte Gäste ihrer Aufführungen zu bestehlen - und geriet damit immer wieder in Konflikt mit den Normen der Gesellschaft. Diese Biografie erzählt das dramatische Leben Anita Berbers als Spiegelbild einer wilden und in sich widersprüchlichen Zeit. Nirgendwo anders als im Berlin der frühen Zwanzigerjahre wäre ihre kurze, einzigartige Karriere möglich gewesen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2025
Armin Fuhrer zeichnet laut Rezensent Bernd Noack das Leben einer Frau nach, die die Abgründe der vergnügungssüchtigen Berliner 1920er mit Haut und Haaren verkörperte. Die Tänzerin Anita Berber sorgte damals, so Fuhrer mit Noack, für Furore und inspirierte unter anderem Otto Dix zu einem bekannten Gemälde. Noack zeichnet entlang der Lektüre Berbers Leben nach und beschreibt ihre Bühnenautritte, die mit allerlei Tabus brachen und die düstere Verzweiflung ihrer Zeit aufgriffen. Auf der Suche nach immer größerer Schockwirkung wandte sich die skandalträchtige, bei der Kritik bald nicht mehr allzu gut gelittene Berber dem Nackttanz zu, lesen wir, gleichzeitig pflegte sie einen selbstzerstörerischen Lebensstil mitsamt Drogenmissbrauch, der zu ihrem frühen Tod im Jahr 1928 mit 30 Jahren führte. Über Fuhrers Buch selbst erfährt man in dieser Rezension, die vor allem den morbiden Reiz der Tänzerin zu evozieren versucht, wenig.
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