Klappentext

Anhand von über 500 spektakulären und großteils unveröffentlichten Kriegsfotografien aus dem Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek rückt dieser Band erstmals den Krieg im Osten und Südosten Europas ins Blickfeld. Der Fotohistoriker Anton Holzer zeichnet damit ein neues, bisher kaum bekanntes Bild des Ersten Weltkrieges. Die Aufnahmen der k.u.k. Kriegspropaganda sind in Form von Originalglasplatten erhalten. Sie sollten ein geschöntes Bild des Krieges vermitteln. Aber bei genauerer Betrachtung berichten sie auch vom harten Alltag der Soldaten in der Fremde, von der ungeheuren Gewalt der Zerstörungen, den unzähligen Toten und Verletzten und den endlosen Zügen von Kriegsgefangenen, Flüchtlingen und Vertriebenen. Das Buch wirft einen Blick hinter die Kulissen des ersten modernen Medienkrieges der Geschichte. Es schildert ebenso den Alltag und die Arbeitsbedingungen der Kriegsfotografen wie auch die immer subtiler werdenden Methoden der Bildpropaganda. Der Autor zeigt, wie der Krieg die Fotografie verändert und wie umgekehrt, die Fotografie den Krieg verändert hat. Militärs und Medienvertreter haben ihre Lektionen schnell gelernt. Seit dem Ersten Weltkrieg gehört die propagandistisch verwendete Fotografie ins Waffenarsenal eines jeden modernen Krieges.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2008

Höchst fasziniert ist Valentin Groebner von Anton Holzers Buch über die Propagandafotografie im Ersten Weltkrieg. Holzer sichtet in seinem Band die ungeheure Sammlung des Kriegspressequartiers des österreichisch-ungarischen Heeres und ermöglicht damit einen besonderen Blick auf den Ersten Weltkrieg, so der Rezensent beeindruckt. Holzer informiere nicht nur über die Bedingungen, unter denen die Aufnahmen entstanden sind - angebliche Gefechtsszenen entstanden beispielsweise auf Truppenübungsplätzen - er klärt auch über das jeweilige Kalkül der Propagandafotos auf. So wurden hingerichtete "Verräter" zu Abschreckungszwecken abgelichtet und im Gefecht getötete Feinde besonders abstoßend dargestellt, konstatiert Groebner. Für den Autor wirft der Zweite Weltkrieg in diesen Aufnahmen schon seine Schatten voraus und das gibt diesen Propagandafotos aus dem Ersten Weltkrieg zusätzlich eine beunruhigende "Mehrdeutigkeit", erklärt der beeindruckte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2007

Die Faszination ist dem Rezensenten anzumerken. Anton Holzers Werk über die Ostfront im Ersten Weltkrieg hält Michael Jeismann für "Standard setzend". Jeismann lobt die "intensive" Forschungsarbeit des Autors in den Archiven und seine Fähigkeit, dem Leser durch "brillante" Bildinterpretationen "eine ganze Welt" zu erschließen. Für Jeismann jedoch reicht der Band über die bloße visuelle Ebene hinaus, indem er historische Brüche sichtbar macht und propagandistische Verfahrensweisen erhellt, die laut Jeismann in einer veränderten Sicht auf den Menschen münden. Daran, dass solche Themen hochaktuell sind, besteht für Jeismann kein Zweifel. Dem Autor aber dankt er für die Bilder dazu und eine "umsichtige" Argumentation.
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