Klappentext
1987 ist sie weggegangen aus ihrem Land, weil sie mehr Freiheit brauchte, als es dort gab. Nun lebt sie illegal in New York und schlägt sich als Kellnerin durch. Unter großen Opfern baut sie zusammen mit Jeff eine Experimentierbühne auf. Acht Jahre später hat sich alles geändert: Die Mauer ist weg. Auf der Suche nach einem wahrhaftigen, alle bisherigen übertreffenden Bild kommt die Fotografin Leah aus Westdeutschland nach New York. Als sie der eleganten Amerikanerin Jo begegnet, springt der Funke des Begehrens blitzartig über. Aber die Amerikanerin umgibt ein Geheimnis. Sie lässt sich nicht fotografieren ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2001
"Wieder geht es nach New York, auf den Abenteuerspielplatz der deutschen Literatur", stöhnt Rezensent Holger Noltze. Aber so schlecht, wie dieser Satz befürchten lässt, ist das Buch offensichtlich gar nicht. Zwar heißt das erste Kapitel "Jahrestage" und dies ist zum Erstaunen des Rezensenten noch nicht einmal ironisch gemeint. Am Ende kommt Noltze aber zu dem Ergebnis, dass sich Autorin Antje Ravic Strubel aus Johnsons Schatten gearbeitet hat. Nicht ganz überzeugend klingt allerdings, was uns der Rezensent von den "Kontrast-Konstruktionen" aus Ost- und Westdeutschen, Theater, Fotografie und verlassenen Scheinverlobten im Roman berichtet. Zwar räumt selbst er gelegentliche Durststrecken für Leser ein, der begrenzt fasziniert ist vom unaufhörlichen Hin und Her einer Liebe unter Frauen. Auch ist mal versteckt von "New-York-Kitsch" die Rede. Aber Strubel ist eine so gute Erzählerin, dass die "Ungereimtheiten" für den Rezensenten auszuhalten sind.
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buecher.deRezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.08.2001
Ziemlich beeindruckt zeigt sich Hans-Peter Kunisch von Antje Rávic Strubels Erstlingsroman, den er einen "Bildungsroman" nennt. Er hält die Erzählung über eine jungen Ostdeutschen, die nach New York geht, dort den Namen wechselt und eine neue Identität sucht, für eine gelungene Synthese aus moderner anglo-amerikanischer und deutscher "ernsthafter"? Nachkriegs-Literatur. Manchmal erscheinen ihm zwar die Erzählbögen, die Strubel spannt, und auch die Kapitelüberschriften etwas konstruiert, aber das stört ihn offenbar nicht weiter in Anbetracht dessen, wie gelungen dieser "erstaunliche" Roman insgesamt ist. Er "verbindet die Innerlichkeit der Themen mit einem mutig emphatischen Stil, der alt ist und doch neu wirkt".
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