Anselm Neft

Die bessere Geschichte

Roman
Cover: Die bessere Geschichte
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2019
ISBN 9783498093341
Gebunden, 480 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Der sensible Tilman Weber ist 13, als er auf ein Internat an der Ostsee kommt. Erst fühlt Tilman sich sehr allein in der "Freien Schule Schwanhagen". Dann aber verliebt er sich in Ella und findet Aufnahme in ihrer Schülergruppe. Die wird geleitet von dem sehr unkonventionellen Lehrerpaar Wieland. Als er sich schließlich zwischen Ella und der "Familie" entscheiden muss, kommt es zur Katastrophe. 27 Jahre später. Der bekannte Schriftsteller Tilman Weber erhält einen Telefonanruf. Es ist Ella, die ihn zur Beerdigung einer Mitschülerin einlädt. Bei dem Treffen will Ella die sexuelle Gewalt von damals öffentlich machen. Tilman will das auf keinen Fall…

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.05.2019

Rezensentin Nina Apin hat viel gelernt von diesem Buch, das in Romanform den sexuellem Missbrauch an der Odenwaldschule aufgreift. Anselm Neft erzählt von dem 13-jährigen Tilman, der auf die Freie Schule Schwanhagen kommt und dort in den Bannkreis eines Pädagogenpaares gerät, das systematisch Kinder und Jugendliche sexuell ausbeutet. Neft schreibe flüssig und stimmig, versichert Apin, sehr gut eingefangen findet sie auch die zweideutige Atmosphäre aus "Freiheit und Zwang, Fürsorge und Manipulation", der gegenüber bedürftige Jugendliche so machtlos sind. Auch wenn manches etwas bilderbuchhaft ablaufe, empfiehlt die Rezensentin den Roman als aufschluss- und erkenntnisreich.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 04.05.2019

In seinem Roman "Die bessere Geschichte" beschreibt Anselm Neft, ehemaliger Schüler des Aloisenkollegs in Bad Godesberg, die Geschichte eines Jungen, der sowohl in der Familie als auch später im Internat Opfer von sexuellem Missbrauch wurde, erzählt der Rezensent Maik Brüggemeyer. Vor allem in der Internatszeit wurde das Kind so manipuliert, dass es den Missbrauch zunächst nicht als solchen erkannte, und auch als Erwachsener ist sein Weltbild noch von diesen Manipulationen beeinflusst, so der Rezensent. Dank der komplexen Darstellung eines erwachsen gewordenen Opfers, das zwischenzeitlich auch zum Täter zu werden droht, empfindet der Kritiker das Buch als ein aufrüttelndes Werk, "das uns alle angeht".