Aus dem Englischen von Karin Dufner. "Die Weisheit meines linken Arms" erzählt die vielschichtige, surreale Geschichte eines Amputierten auf der Suche nach seinem verlorenen Arm im Chaos von Bombay. Seiner privilegierten Herkunft durch die Behinderung entfremdet, versinkt der namenlose Erzähler in der verstörenden Schattenwelt der Stadt. Er begegnet faszinierenden Charakteren: Einem Bettler, der unter einem Eierwagen haust, einem Leprakranken, einer Dame, die Regenbögen verkauft, einem Blinden und einem geheimnisvollen Sargmacher. Sein verlorener Arm spricht mit ihm - und der Erzähler beginnt auf seine Weisheiten zu hören und löst manches Rätsel. Sein Weg führt ihn zu Baba Rakhu, der verlorene Gliedmaßen erwirbt und wieder verkauft und ihm einen Rat mit auf seinen Weg gibt: Die Welt wird nicht durch ein Ende allen Leidens besser werden, sondern durch die gerechte Verteilung des Unglücks.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2005
Der "kmp" zeichnende Rezensent will ja nicht meckern, zumal ihm Anosh Iranis Phantasie und Sprachbegabung einiges an Respekt abverlangen; doch letztlich erinnert ihn dieser Roman zu sehr an Hardcore-Horrorfilme: Schon im Titel geht der eine Arm des Helden verloren, später im Buch wird auch noch der andere abgehackt, Blut spritzt aus beinahe jeder Szene, nicht einmal vor Kannibalismus macht die Erzählung halt. Was der Rezensent aber trotzdem nicht positiv hervorzuheben vergisst: die Schilderung eines Vorstellungsgesprächs, in dem sich der Einarmige um eine Regierungsstelle als Selbstmordattentäter bewirbt. Fazit: grotesk, schwarzhumorig, aber zu explizit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2005
"Weder einen Zuwachs an Weisheit noch einen Einblick in die komplexe Lebenswirklichkeit der indischen Megapolis" Bombay dürfe sich der Leser von diesem Roman versprechen, so die entnervte Rezensentin Angela Schader. Stattdessen irre ein zu unmotivierten Gewaltausbrüchen neigender Verlierertyp durch Bombay und suche seinen linken Arm, der ihm unter unbekannten Umständen abhanden gekommen sei. Eingestreut seien dabei Rückblicke, die nach und nach die Vergangenheit des Ich-Erzählers erhellen, ohne jedoch die Einsicht der Rezensentin in die Notwendigkeit seiner ständig aufflackernden Brutalität gefördert zu haben. Schader kritisiert zudem die "unbekümmerte" Indienstnahme des sozialen Elends Bombays in diese "nicht eben grundstürzende Story", sowie die "als Kontrastprogramm, aber ohne zwingenden Sinnzusammenhang" eingeworfenen Episoden aus der Zeit Akbars des Großen.
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