Sägen, Hobel, Nagelmaschinen, Stanzen rattern, zischen und kreischen, übertönt nur vom Gatter, der in einer tiefen Gruft verankerten, gewaltigen, dröhnenden Senkrechtsäge. Die Magie der geschälten, glatten Oberfläche, der betörende Duft des frischen Holzes hat es allen angetan, die hier arbeiten. Der Kistenfranz ist als Chef zu weich, Estella, die Mannstolle, hat ein Geheimnis, Rudi ist ein Altenschinder. Paula will später studieren und jobbt vorab in der Kistenfabrik. Sie hat ein Problem: Ihr Alex sieht immer so merkwürdig aus beim Lieben... In der Fabrik verknoten sich die Lebensfäden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2000
Kathrin Hillgruber hat sich bei der Lektüre dieses Buches offenbar glänzend amüsiert. Ihre Sympathie gilt besonders den Frauenfiguren mit der ihnen eigenen "wenig damenhaften Direktheit". Aber auch die Tatsache, dass die Autorin hier eine Geschichte aus der Arbeitswelt erzählt, die über kritische "Auseinandersetzungen mit dem Alltag an Werkbank und Stanzmaschine" hinaus geht, scheint ihr zu gefallen. Die Hauptdarstellerin, eine Kistenfabrik nämlich, ist der Dreh- und Angelpunkt im Leben einer kuriosen Figurenschar, die sich - wie Hillgruber anmerkt - stets aufs Neue zusammen raufen muß, aber durchaus bisweilen das "große Glück im goldenen Sägemehl" genießen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Alle Bücher Annegret Helds spielen im Westerwald, meint die Rezensentin Alexandra M. Kedves, auch wenn die Autorin es hier nicht extra dazu sagt. Das Leben in dem Dorf Dornweiler scheint dabei, zumindest für die Leser, ziemlich amüsant zu sein. Sieben Frauen und Männern sehe man ein Jahr lang beim Arbeiten und in "Freizeit verkraften" zu. Den geheimen Mittelpunkt bildet dabei die "Baumfresserin", eine riesige Säge, die den Westerwald zu Kisten verarbeitet und dabei auch manchen Finger schluckt. "Herrlich albern" nennt Kedves die Geschichten um die Hinterwäldler.
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