Aus dem Dänischen von Franziska Hüther. Vigga, Ende zwanzig, lebt in ihrem eigenen kleinen Kosmos. Einzig ihre lebenslustige, aufgeschlossene Freundin Maiken schafft es immer wieder, sie aus ihrer Komfortzone zu locken. Als diese schwanger wird, fürchtet Vigga, dass nun alles anders wird, und zieht sich zurück. Zur selben Zeit begegnet sie in einem Aquarium in Kopenhagen dem Oktopus Rosa. Fasziniert von dem intelligenten, einzelgängerischen Wesen hinter Glas, beginnt sie, Rosa täglich zu besuchen, und ein zartes Band zwischen Mensch und Tier entsteht. Durch Rosa erkennt Vigga: Ohne Strömung und Bewegung ist es unmöglich zu leben. Und so beschließt sie, ihr Leben neu anzugehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2024
Vigga, die Protagonistin von Anne Cathrine Bomanns neuem Roman, ist "etwas schräg ins Leben gebaut", hält Rezensent Stephan Opitz fest, sie hat nicht viel Lust, ihre Zukunft zu planen, bis das Arbeitsamt sie dann zu einem Praktikum im Nationalaquarium Dänemarks verdonnert. Zunächst hadert sie damit, die Tiere mit toten Fischen füttern zu müssen, doch dann trifft sie auf die Oktopusdame Rosa, zu der sie eine "auf Balance achtende Beziehung" aufbaut, so Opitz. Die Beziehung zu ihrer Freundin Maiken verändert sich zeitgleich, weil diese schwanger wird - als das Kind da ist, stirbt Rosa, weil Oktopusweibchen Suizid begehen, nachdem sie Eier gelegt haben. Generell weist dieser äußerst zugewandte Text viele Infos zu Meerestieren auf und besticht den Kritiker auch durch die verschiedenen Erzählstränge, die ihn an Tentakel erinnern.
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