Aus dem Englischen Michaela Meßner. Agnes Grey, Tochter eines Pfarrers, lebt abgeschieden mit ihren Eltern und Geschwistern in Nordengland. Als ihre Familie alle finanziellen Mittel verliert, entschließt sich Agnes, als Gouvernante zu arbeiten. Die verwöhnten Kinder reicher Eltern machen es der jungen Frau nicht leicht, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Und auch die zarten Liebesbande mit Edward Weston stehen unter keinem guten Stern ... Anne Brontës erster Roman weist zahlreiche Parallelen zum Leben der Autorin auf. Die sehr persönlichen Bezüge verleihen ihrem Romandebüt Tiefe, Leidenschaft und Gefühl.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.02.2013
Hin- und hergerissen ist Rezensent Burkhard Müller nach der Lektüre von Anne Brontes Roman "Agnes Grey", der nun in einer neuen deutschen Übersetzung vorliegt. Die Unbekannteste der Bronte-Schwestern erzähle hier die autobiografisch geprägte Geschichte einer jungen und gebildeten Gouvernante, die unter ihrer Stellung in der Gesellschaft des frühviktorianischen England leidet, berichtet der Kritiker, der leider feststellen muss, dass die "sentimentale Gekränktheit" der Heldin auf Dauer ziemlich ermüdend ist. Ganz angetan ist Müller hingegen von der Figur der Rosalie, dem widerspenstigen Zögling der Agnes Grey, deren "literarische Charakterstärke" er außerordentlich feinsinnig beobachtet und gut gelungen findet. Mit großem Interesse hat der Rezensent den Text auch als beeindruckendes Dokument einer sehr bewegten Epoche gelesen.
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