Anna Swirszyzynska

Ich habe eine Barrikade gebaut - Budowałam barykadę

Gedichte. Zweisprachige Ausgabe
Cover: Ich habe eine Barrikade gebaut - Budowałam barykadę
Secession, Berlin 2024
ISBN 9783966391078
Gebunden, 220 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Peter Oliver Loew. Mit Fotografien von Eugeniusz Lokajski. Anna Świrszyzyńskas Gedichte über den Warschauer Aufstand sind außergewöhnlich.Sie hatte das Aufbegehren der Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer 1944 hautnah als Sanitäterin miterlebt. In ihren 1974 auf Polnisch erschienenen lyrischen Reflexionen zeigt sie die brüchige menschliche Existenz inmitten eines großen Menschheitsdramas. Mit klarer, sachlicher Sprache zeichnet sie Porträts gewöhnlicher Menschen, von Männern, Frauen, Kindern und Greisen - "beim Bauen der Barrikade", im Kugelhagel, beim Lieben und beim Sterben.Der Literatur-Nobelpreisträger Czesław Miłosz schrieb über den Gedichtband seiner Landsfrau: "Sowohl in der polnischen Dichtung als auch in der Weltliteratur nimmt dieser Band einen besonderen Platz ein, als poetische Reportage von einem Ereignis, das zu den großen Tragödien des 20. Jahrhunderts gehört."

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 14.12.2024

Zu spät, aber immerhin überhaupt erscheinen die Gedichte, die Anna Świrszczyńska über den Warschauer Aufstand 1944 geschrieben hat, nun auch auf Deutsch, freut sich Rezensent Oliver Jungen. Świrszczyńska war, so Jungen, während des Aufstands als Sanitäterin tätig, drei Jahrzehnte später schrieb sie diese glasklaren, eindringlichen Verse. Klar benennt sie Opfer und Täter, beschreibt Jungen, an Heldenlyrik hat die Dichterin jedoch kein Interesse, vielmehr geht es hier, stets in dunkler Tonlage, um Schmerz und vor allem Tod. Antikriegsgedichte, wie sie intensiver kaum sein könnten, sind das laut Jungen, der auf einige Formulierungen näher eingeht und auch Oliver Loews Übersetzung lobend hervorhebt. Genau richtig ist in den Augen des Rezensenten zudem die Entscheidung des Verlags, die Gedichte zweisprachig zu präsentieren und ihnen Fotografien des Warschauer Aufstands beizufügen, die Eugeniusz Lokajski geschossen hatte. Insbesondere für deutsche Leser ist die Lektüre dieses Bandes schlicht Pflicht, meint Jungen abschließend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2024

Anlässlich des 80. Jahrestages des Warschauer Aufstands, dessen Niederschlagung durch die Deutschen die Bevölkerung der Stadt innerhalb von zwei Monaten um ein Fünftel dezimierte, bespricht Rezensent Hendrik Feindt einen eindrücklichen Gedichtband der Zeitzeugin Anna Swirszczynska, der nun erstmals auf Deutsch erscheint. In wenigen Versen vermag die Dichterin es, ihm das Elend "in der menschenleeren Stadt/wie am Ende der Welt" zu vermitteln, die dauerhafte Angst vor dem Tod und das Groteske und Grausame, das sie miterlebt hat. Bedauerlich ist für ihn allerdings, dass zahlreiche Unaufmerksamkeiten bezüglich der Vermaße und der Stilmittel in der Übersetzung vorliegen, auch die reportagehaften Fotos hätte es nicht gebraucht, sind die Gedichte seiner Meinung nach doch bildmächtig genug. Bleibt zu hoffen, dass es noch eine überarbeitete Auflage geben wird, schließt der Kritiker.

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