Ende der 60er Jahre taucht Raimund Jordan in Lanz - einer österreichischen Kleinstadt - auf. Niemand weiß, warum er gekommen ist, aber mit dem trügerischen Frieden in der Provinz ist es geschehen. Rätselhafte Ereignisse erschüttern den Ort, die mit verleugneter Schuld und dem beharrlichen Schweigen zu tun haben, die über der Vergangenheit gebreitet sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2004
Als gelungenes Beispiel für intelligentes, handwerklich gewieftes realistisches Erzählen lobt Rezensent Bernhard Fetz diesen Roman des Österreichers Andreas Weber. Erzählt wird die Geschichte des Dorfes Lanz, in dem kurz vor Kriegsende eine "schöne Soldatenwitwe" von der Dorfmeute gelyncht wird. 1968 macht sich ein Journalist daran, das Geschehen aufzudecken. Während sein persönlicher Prozess der Selbstfindung befriedigend ausgeht, verweigert die Dorfbevölkerung die Annahme der Schuld, wie der Rezensent die Handlung knapp umreißt. Die beiden Zeiteben sieht er dabei geschickt miteinander verknüpft, auch wenn sich die vielen Erzählfäden am Ende ein wenig verwirren. Trotzdem erzählt Weber mit "großer sprachlicher Ökonomie", unprätentiös und ohne moralischen-didaktischen Unterton, wie Fetz lobt.
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