Herbert Zand

Erben des Feuers

Roman
Cover: Erben des Feuers
Otto Müller Verlag, Salzburg 2000
ISBN 9783701310203
Gebunden, 319 Seiten, 21,37 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.12.2000

Zand gehörte, wie Carsten Hueck erläutert, zur Generation der Kriegsteilnehmer, die als 18-Jährige an der Front verheizt wurden und ihr Leben lang an den physischen wie psychischen Narben ihrer Kriegsverletzungen Schmerzen litten. Nach Hueck rechnete sich Zand selbst zu den "Erben des Feuers", wie sein letzter Roman aus dem Jahr 1961 heißt, der nun neu aufgelegt wird. Das Buch schildere einen Generationenkonflikt, der in seiner archetypischen Zuspitzung über das Kriegsdilemma weit hinausgehe: Söhne, die von ihren Vätern in den Krieg geschickt wurden und gebrochen heimkehrten. Hueck hält den Roman leider für misslungen: Sprachlich durchaus kraftvoll und beeindruckend, fehle es ihm an Zeichnung und Unterscheidung der Charaktere. Alle reden gleich, schreibt der Rezensent, "alle reden wie Zand". Auch die Handlung sei schlicht banal, angelegt wie ein Krimi, nur dass es dem Autor nicht gelinge, die Gesetze der erschiedenen angewandten Genres wie Kriminal-, Kolportage- oder Entwicklungsroman auseinander- und durchzuhalten.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2000

Christiane Zintzen erzählt zunächst die Geschichte dieses österreichischen Autors, der 1970 an den Folgen einer Kriegsverletzung starb, und begrüßt es ausdrücklich, dass dieser "Gesellschaftsroman" nun endlich - nach der längst vergriffenen Ausgaben von 1961 und 1972 - wieder zu haben ist, doch hat sie einiges auszusetzen. Zunächst bedauert sie das Fehlen des "informativen" Nachworts, das bei der Ausgabe von 1972 angefügt war und das den Text dem heutigen Publikum näher bringen könne. Denn das Buch selbst sei "literarisch nicht so stark und suggestiv" wie manche andere aus der Nachkriegszeit, weshalb man es ohne Erläuterungen eigentlich nicht veröffentlichen sollte, meint die Rezensentin. In einem Stil, der sie an Ilse Aichingers Roman "Die größere Hoffnung" oder an Hans Leberts "Wolfshaut" erinnert, der sich bei Zand aber mitunter zur "Manier" verflache, schildere das Buch ein "Gesellschaftsdiagramm der Nachkriegszeit". Im Mittelpunkt steht dabei nach Zintzens Formulierung jene Generation, "die zu jung ist, den Krieg angezettelt zu haben, alt genug aber, sein Menschenmaterial gewesen zu sein". Kritisch beurteilt die Rezensentin die Einführung von Krimimotiven in die Romanhandlung. Mit der dargestellten "numinosen Schauerkulisse", vor der ein Mörder seine blutigen Taten verübt, verlören die Figuren an "Plastizität", moniert die Rezensentin.