Mexiko, Ende des 17. Jahrhunderts. Der spanische Priester Diego Delgado soll als Missionar die Heilige Botschaft der Katholischen Kirche in den Dschungel am Golf von Hispaniola bringen. Doch bei seiner Ankunft im Hafen von San Benito findet er nur die grausam ermordeten und zugleich kunstvoll balsamierten Leichen der weißen Bewohner. Mit seinen Gefährten macht sich Diego in die Wildnis auf, um die unbekannten Täter zu finden. Je tiefer sie durch den Dschungel in das alte Reich der Mayas eindringen, desto mysteriöser werden die Geschehnisse, und die Schlinge ihrer Feinde zieht sich immer enger um die europäischen Eindringlinge. Die Maya-Priesterin Ixkukul weist ihnen den Weg nach Tayasal, der sagenumworbenen Hauptstadt der Maya, hinter deren Pyramiden sich ein Geheimnis verbirgt, dessen Lösung Diego vor die Herausforderung seines Lebens stellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2001
Andreas Gößlings Konquista-Schmöker "Die Maya-Priesterin" findet Jochen Hörisch beinahe gleichermaßen belehrend wie unterhaltsam. Gößling, so Hörisch, sei ein Poeta Doctus, in seinem historischen Roman um einen jungen spanischen Priester, den es ins Reich der Maya verschlägt, habe er- nach Walter Benjamin - viel "Wissen angesiedelt". Der Priester Fray Diego Delgado verwandelt sich in dem Schmöker auf überaus verschlungenen Wegen vom christlichen zum Maya-Priester und durchlebt diverse interkulturelle Erweckungserfahrungen. Dem im späten 17. Jahrhundert spielenden Roman gelinge es indes nicht immer ganz und gar, die Gelehrsamkeit des Maya-Experten Gößling mit dem Abenteuergeschichten-Stil des Erzählers Gößling zu versöhnen. Gößlings extensive Parataxen gehen Hörisch teilweise etwas auf die Nerven. Aber: Es mache gerade den Reiz des Buches aus, im Fremden dem Eigenen und im Eigenen dem Fremden zu begegnen.
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